Politik : Benzinpreis: Hoffentlich ist es Betrug (Kommentar)

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Wenn es brenzlig wird, zieht sich die Politik zurück, am liebsten hinter Zahlen: Während also die Hessen-CDU bereits die brutalstmögliche Unterschriftenkampagne gegen die Ökosteuer in Angriff nimmt, wird im Bundesfinanzministerium noch gerechnet. Man will wissen, was die Erhöhung der Kilometer-Pauschale und ihre gleichzeitige Verwandlung in eine Entfernungspauschale kosten würde. Da wären wir gern mit der Polaroidkamera dabei, um zu fotografieren, wie die redlichen roten Beamten mit spitzen Griffeln übers Papier fahren und die grünen Beamten bis tief in die Nacht ihre Solartaschenrechner füttern. Fragt sich nur, mit welchen Zahlen. Sie möchten wissen, was es kostet, wenn auch den Bahn- und Radfahrern unter den Berufspendlern fast so viel erstattet wird wie den Autofahrern mit ihrer erhöhten Pauschale. Dazu müssen die Beamten wissen, wie viele Bürger heute Bahntickets zum Finanzamt tragen. Dann müssen sie wissen, wie viele Haushalte kein Auto haben und daher das Finanzamt nicht betrügen können. Das ist nur ein Viertel. Vor allem aber müssen sie wissen, wie viele Autobesitzer das Finanzamt betrügen und fälschlich angeben, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Die verursachen dann nämlich keine Mehrkosten. Das aber ist eine Dunkelziffer, ein X in der Rechnung. Was man dafür einsetzt, ist reine Willkür. Also Politik. Und was am schönsten ist: Die Entfernungspauschale rechnet sich nur, wenn die Finanzbeamten behaupten, dass bisher massenhaft Pendler die Finanzämter betrogen haben. Politik - ein Spiel mit Esprit.

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