Politik : Beobachter in Südossetien ausgeraubt

Tiflis - Mitglieder der EU-Beobachtermission in Georgien sind vorübergehend von einer Gruppe Südosseten festgehalten und ausgeraubt worden. Etwa ein Dutzend Beobachter sei am Montag in der Nähe der Ortschaft Ergneti nahe der Grenze zwischen Georgien und der abtrünnigen Provinz Südossetien fast eine Stunde lang von rund 20 bewaffneten Osseten festgehalten worden, hieß es aus georgischer Quelle. Die Angreifer hätten den Beobachtern persönliche Gegenstände gestohlen.

Ein zur EU-Mission gehörender französischer Polizist sprach von „unkontrollierten Osseten“, die bewaffnet und betrunken gewesen seien und den Beobachtern Dinge entwendet hätten. Ein Sprecher der Beobachtermission sagte, „nicht identifizierte Personen“ hätten die Beobachter festgehalten. „Sie wurden nach kurzer Zeit freigelassen. Die Beobachter haben die Verhaltensregeln befolgt, und die Lage hat sich beruhigt.“ Die Patrouillen in der Nähe von Südossetien bestehen überwiegend aus Polen und Franzosen. Die Beobachter sind in gekennzeichneten gepanzerten Fahrzeugen unterwegs.

Nach Angaben eines UN-Beauftragten gibt es an der Grenze zur georgischen Provinz Südossetien noch immer Übergriffe auf die Zivilbevölkerung. In Grenznähe würden nachts Häuser geplündert, sagte der UN-Sonderbeauftragte für Binnenflüchtlinge, Walter Kälin, nach seiner Georgienreise dem Deutschlandradio Kultur. „Je näher man an die Grenze zu Südossetien kommt, desto verheerender sind die Verhältnisse“, sagte Kälin. Unter diesen Bedingungen sei eine Rückkehr der Flüchtlinge unmöglich. AFP

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