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Beobachtungsstelle : 60 Tote und 50 Verletzte bei Angriff in Syrien

Das syrische Regime will den Aufstand auch aus der Luft niederschlagen. Doch es trifft nicht nur die Rebellen. Am Sonntag sollen bei einem Luftangriff dutzende Zivilisten getötet worden sein. Die Opfer standen für Lebensmittel an.

Ein Kämpfer der Rebellenarmee posiert vor einem zerbombten Wohnhaus.
Ein Kämpfer der Rebellenarmee posiert vor einem zerbombten Wohnhaus.Foto: Reuters

Die syrische Luftwaffe hat nach Informationen der Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London bei einem Luftangriff auf eine wartende Menge vor einer Bäckerei im Zentrum des Landes mehr als 60 Menschen getötet. Nach dem Angriff auf den Ort Halfaja in der Provinz Hama sprach die Beobachtungsstelle am Sonntag von mindestens 50 Verletzten. Das Rebellennetzwerk Lokale Koordinierungskomitees (LCC) verurteilte das „Massaker“.
Die Menge wartete den ersten Berichten zufolge vor der Bäckerei, weil in Halfaja durch Belagerung von Regierungstruppen ein Versorgungsengpass entstand. Nachdem die Einwohner tagelang kein Brot bekommen hatten, hätten sich am Sonntag viele vor der Bäckerei versammelt.

Der internationale Sondergesandte Lakhdar Brahimi reiste erstmals seit zwei Monaten wieder nach Syrien. Dabei wählte er den Landweg von Libanon aus, weil die Verbindung zwischen Damaskus und dem internationalen Flughafen der syrischen Hauptstadt wegen Kämpfen unsicher geworden ist.

Das Rebellennetzwerk Lokale Koordinierungskomitees (LCC) erklärte zu dem „Massaker“ in Halfaja, Unter den Todesopfern seien auch zahlreiche Frauen und Kinder. In einem Video, das Aufständische im Internet veröffentlichten, waren viele Leichen in den Trümmern eines Gebäudes zu sehen. Der Kameramann sagt: „Schau, Welt, schau Dir das Massaker von Halfaja an.“ Luftangriffe wurden am Sonntag auch aus mehreren anderen Orten in der Umgebung von Halfaja gemeldet, darunter Karnas und Kafr Nabuda.

Ende August hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch den Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad vorgeworfen, innerhalb von drei Wochen allein in der nordsyrischen Provinz Aleppo mindestens zehn Bäckereien bombardiert zu haben. Dabei seien viele Menschen getötet worden, allein 60 bei einem Bombardement in der Stadt Aleppo Mitte August.

Kurz vor Brahimis Ankunft am Sonntag sagte der syrische Informationsminister Omran al-Sohbi, er wisse nichts von einem derartigen Besuch. Er rief erneut zu einem innersyrischen Dialog auf, um den Konflikt beizulegen. Die Aufständischen machen Assads Machtverzicht zur Vorbedingung für jegliche Verhandlungen. (AFP)

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