Politik : Berater der Kanzlerin fürchtet Misserfolg der Klima-Konferenz

Sarah Kramer[Potsdam]

Deutsche und internationale Firmen müssen in den kommenden Jahren verstärkt auf Innovationen setzen, um den Klimawandel und die Folgen der Erderwärmung einzudämmen. „Auf die Unternehmen kommen gewaltige Herausforderungen zu“ , sagte Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), am Donnerstag auf einer Konferenz mit Wissenschaftlern in Potsdam. Alle Sektoren der Wirtschaft müssten ihren Beitrag leisten, forderte Schellnhuber, der auch Klimaberater der Kanzlerin ist.

Dabei müsse in Zukunft vor allem wieder mehr Geld in die Energieforschung investiert werden, sagte Schellnhuber. Auf diesem Feld seien die Investitionen in den vergangenen 25 Jahren um 40 Prozent zurückgegangen. Nachdem Forscher bereits die Zahlen für den aktuellen Stand beim Klimawandel geliefert hätten, müsse es nun um die Frage gehen, wie er sich möglichst weit eingrenzen lasse, sagte Schellnhuber. Dabei müssten neben Naturwissenschaftlern und Ökonomen auch Forscher aus Bereichen wie der Psychologie, der Philosophie und anderen Sozialwissenschaften in die Suche nach Lösungen einbezogen werden. „Nur wenn wir zusammenarbeiten, können wir die Klimawende innerhalb von zehn Jahren schaffen.“ Schellnhuber kritisierte allerdings die Förderung von Biodiesel. Es sei wenig effektiv, ihn normalem Sprit beizumischen. Die Zukunft gehöre vielmehr dem Elektromotor.

Mit Blick auf den bevorstehenden UN-Klimagipfel im Dezember auf Bali zeigte sich Schellnhuber skeptisch, dass dort ein Durchbruch in Sachen Klimaschutz erzielt werden kann. „Wir werden dort keine großen Erfolge erzielen können, sondern können eigentlich nur einen großen Misserfolg landen“, sagte Schellnhuber. Zwar rechne er damit, dass die Staatengemeinschaft auf der indonesischen Insel ein Verhandlungsmandat für ein Nachfolgeprotokoll der Kyoto-Vereinbarung verabschiede. Dabei werde aber „entscheidend“ sein, „ob es gelingt, den Verhandelnden Zielmarken mit auf den Weg zu geben“, sagte Schellnhuber. Für die Europäer sei dabei besonders wichtig, dass der Ausstoß von Kohlendioxid einen Preis bekommt.

Zugleich machte der PIK-Direktor darauf aufmerksam, dass in Zukunft auch der Naturschutz vom Klimawandel betroffen sein dürfte. Wegen der globalen Erderwärmung sei damit zu rechnen, dass sich die Natur den neuen Gegebenheiten anpasse. So müsse man bei einer durchschnittlichen Erderwärmung um drei bis vier Grad Celsius annehmen, dass sich Vegetationsgebiete vom Äquator weg hin zu den Polen verschieben.

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