Berater ernannt : Obama setzt auf renommierte Wissenschaftler

Barack Obama hat seine führenden Wissenschaftsberater ernannt. Mit der Wahl der Experten macht der künftige US-Präsident vor allem eines deutlich: Dass der Kampf gegen die Klimaerwärmung und die Genforschung Schwerpunkte seiner Politik sein sollen.

WashingtonBarack Obama hat am Samstag renommierte Klimaschützer und Genforscher in seinen Beraterstab berufen. Es gehe darum, "Amerikas Platz als führende Weltmacht auf technologischem und wissenschaftlichen Gebiet zurückzuerobern", sagte Obama in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache.

Der Harvard-Professor und Klimaschützer John Holdren soll die Leitung des Büros für Wissenschafts- und Technologiepolitik im Weißen Haus übernehmen und zugleich Ko-Direktor des wissenschaftlichen Beraterstabs des Präsidenten werden. Als weitere Ko-Vorsitzende des Beraterteams stehen Holdren der Gen-Experte Eric Lander und der Medizin-Nobelpreisträger Harold Varmus zur Seite.

Wissenschaft als "Schlüssel für unser Überleben"

"Es ist an der Zeit, die Wissenschaft wieder an die oberste Stelle unserer Agenda zu rücken", sagte Obama. "Heute ist die Wissenschaft mehr denn je zuvor der Schlüssel für unser Überleben als Planet sowie für unsere Sicherheit und unser Wohlergehen als Nation", fügte er hinzu. Damit markierte er einen Bruch mit der Politik des scheidenden Präsidenten George W. Bush, dem vorgeworfen wird, wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Klimawandel und zur Genforschung wenig Bedeutung zuzumessen.

Holdren leitete unter anderem die Pugwash Conferences on Science and World Affairs, einen internationalen Zusammenschluss prominenter Wissenschaftler und Atomwaffengegner, der 1995 den Friedensnobelpreis erhielt. Lander und sein Broad Institut im US-Bundesstaat Massachussetts spielten 2003 beim Human Genome Project zur Entschlüsselung des Erbguts eine entscheidende Rolle. Der Virologe Varmus, Präsident des New Yorker Krebs-Zentrums Memorial Sloan-Kettering in New York, erhielt 1989 zusammen mit seinem Kollegen Michael Bishop den Nobelpreis für die Entdeckung, dass bestimmte Erbeigenschaften in Viren Krebs auslösen können.

Ebenfalls ernannt wurde die renommierte Meeresbiologin und Umweltexpertin Jane Lubchenco von der Oregon State University. Sie soll Chefin der Nationalen Behörde für Ozeane und Atmosphäre (NOAA) werden. Die Behörde befasst sich unter anderem mit der weltweiten Klimaentwicklung und trifft Vorhersagen über Stürme und Hurrikane. Lubchenco hatte in einem Interview im Oktober erklärte, die Regierung Bush respektiere die Wissenschaft nicht. Obama tritt am 20. Januar die Nachfolge von US-Präsident George W. Bush an. (jam/AFP)

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