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Berlin-Besuch des türkischen Ministerpräsidenten : Erdogan: "Die Türkei ist in sicheren Händen"

Das Programm des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan war vollgepackt - und das der Demonstranten auch. Lesen Sie hier alle wichtigen Ereignisse des Berlin-Besuchs nach.

von , und Susanne Grautmann,Julian Graeber
Erdogan spricht vor Tausenden Anhängern im Tempodrom in Berlin.
Erdogan spricht vor Tausenden Anhängern im Tempodrom in Berlin.Foto: dpa

Offiziell ist es nur ein Arbeitsbesuch und kein Staatsbesuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Berlin. Dennoch wird sein Auftritt mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Hier die Ereignisse in unserem Live-Blog.

20:15 Uhr: Die Rede ist vorbei. Zumindest bricht die Übertragung beim Fernsehsender Phoenix ab. Erst zu spät kommen und dann noch überziehen - so viel Aufmerksamkeit für den türkischen Ministerpräsidenten ist nicht drin.

20:08 Uhr: Die Türkei habe in den vergangenen Jahren einiges überstanden, sagt Erdogan. Fallen und Komplotte habe das Land durchstanden, sogar Putschversuche. In jüngster Zeit hätten diese "Angriffe" im Gezi-Park begonnen, am 11. Dezember sei der jüngste Putsch-Versuch gefolgt. Die Gegner Erdogans werden von ihm als Gegner des wirtschaftlichen und politischen Fortschritts gesehen. "Weil sie keine Macht haben, haben sie Desinformationspolitik betrieben." Das rechtfertig seiner Meinung nach dann wohl das brutale Vorgehen gegen die Demonstranten in Istanbul.

19:59 Uhr: Auch für die Menschenrechte habe sich die Regierung unter Erdogan eingesetzt: "Den Töchtern und Mädchen, die nicht mit ihrem Kopftuch studieren konnten, haben wir den Weg freigeräumt." Sinnlose Verbote und Grenzen seien aufgehoben worden. Auch sei die Türkei das einzige Land, das versuche, das Leid in Syrien zu lindern und sich dort für die Menschlichkeit einsetze.

19:55 Uhr: Erdogan weist auf die Reformen im Justizsystem hin. Es gebe keine verschleppten Justizangelegenheiten mehr, die Prozesse gingen schneller, niemand brauche mehr Angst davor zu haben, was in Polizeistationen passiert. "Es gibt keine Folter mehr." Auch die Infrastruktur, die Wasserversorgung auf den Dörfern, der Bau neuer Flughäfen und die landeseigene Verteidigungsindustrie sei mehr als vorbildlich.

Am frühen Abend warteten mehrere Tausend Zuhörer im Tempodrom im Berlin über eine Stunde auf die Rede des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan.
Am frühen Abend warteten mehrere Tausend Zuhörer im Tempodrom im Berlin über eine Stunde auf die Rede des türkischen...Foto: dpa

19:48 Uhr: Einige behaupten, in der Türkei gebe es Korruption, spielt Erdogan vorsichtig auf den seit Wochen kochenden den Korruptionsskandal im Land an. Dabei sei das der Bereich, in dem sich die türkische Regierung am stärksten engagiere. Wie könne das ganze Wirtschaftswachstum zustande kommen, wenn es in diesem Land tatsächlich Korruption gebe, fragt er. Dies sei seiner Meinung nach nicht möglich. Um dies zu belegen, zählt er Erfolge im Bildungs- und Gesundheitsbereich des Landes auf: Stipendien, kostenlose Schulbücher, Rettungshelikopter und Rettungswagen habe die Türkei heute. Grundtenor: die Lebensbedingungen der Türken haben sich grundlegend verbessert. "Kann soetwas möglich sein in einem Land, in dem Korruption vorherrscht?" Der Jubel des Publikums ist leise geworden. Ab und an geht ein skeptisches Raunen durch den Raum. Aber für die Erfolge gibt es Applaus. Seine Kritiker bezichtigt Erdogan der Lüge.

Erdogan zu Besuch in Berlin
Endlich: Mit über einer Stunde Verspätung betritt Erdogan die Bühne im Tempodrom in Berlin. Er hält eine emotionale Rede an seiner Anhänger in Deutschland und versucht sie von den Fortschritten in der Türkei zu überzeugen.Weitere Bilder anzeigen
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04.02.2014 20:35Endlich: Mit über einer Stunde Verspätung betritt Erdogan die Bühne im Tempodrom in Berlin. Er hält eine emotionale Rede an seiner...

19:40 Uhr: Die Zukunft sieht Erdogan positiv: "Wir sind ein Volk, dass sich noch aus der Asche erhebt und das groß und stark sein wird."

19:36 Uhr: Erdogan ist sich bewusst, dass die Türken in Berlin und Deutschland die Lage in ihrem Herkunftsland genau beobachten. "Ich möchte Ihnen versichern: Die Türkei ist in sicheren Händen." Die Zuhörer könnten stolz sein auf ihr Land und dass sie dazugehören. Die Wirtschaft wachse, die Exporte gehen nach Angaben Erdogans in die ganze Welt. "Und dennoch behaupten andere, die türkische Ökonomie würden schrumpfen. Aber sie sollten auch diese Zahlen kennen." Auch in sicherheits- und außenpolitischen Fragen sei die Türkei ein gutes Vorbild.

19:30 Uhr: Sprechchöre und Jubel begrüßen den türkischen Ministerpräsidenten. Endlich hat er das Wort. Erdogan beginnt mit Dankesworten an Merkel, dankt aber vor allem seinen "Berliner Brüdern und Schwestern für ihre Liebe und ihre Treue". Er habe unzählige Grüße aus der Türkei mitgebracht.

19:27 Uhr: Emrullah Isler, stellvertretender Ministerpräsident der Türkei, tritt ans Rednerpult. Er würdigt die Leistungen der Pioniere, der ersten Gastarbeiter, die nach Deutschland auswanderten. "Wir sind immer bei Ihnen, vergessen Sie das nicht. Aber wir möchten Sie nicht in einen Konflikt treiben, dass Sie in der Türkei die "Deutschländer" sind und hier als Türken wahrgenommen werden." Dann macht er die Bühne frei für "den großen Meister".

19:20 Uhr: Bevor Erdogan zu Wort kommt, werden viele Mitreisende der türkischen Delegation vorgestellt. Zahlreiche Regierungsmitglieder und Abgeordnete sind zu diesem Termin nach Berlin gekommen. Natürlich ist auch der türkische Botschafter Hüseyin Avni Karslioglu im Tempodrom zu Gast.

Nachdem Erdogan am Mittag mit Kanzlerin Merkel zusammentraf, hält er am frühen Abend eine Rede im Tempodrom.
Nachdem Erdogan am Mittag mit Kanzlerin Merkel zusammentraf, hält er am frühen Abend eine Rede im Tempodrom.Foto: Reuters

19:12 Uhr: Zunächst spricht der Vorsitzende der "Union Europäisch Türkische Demokraten" (UETD). Er dankt Erdogan für seine Arbeit an der Türkei, unter ihm habe sich das Land stark entwickelt. Die Menschen lebten dort jetzt viel lieber als noch vor einigen Jahren. Die Nachkommen der türkischen Auswanderer könnten nun mit Stolz sagen: "Wir kommen aus der Türkei." Er dankt Erdogan, dass er immer den Willen der Wähler erfüllt habe. "Wir sind mittlerweile Türken in Europa, europäische Türken." Die elf türkischstämmigen Abgeordneten im deutschen Bundestag wertet er als ein gutes Zeichen, dies entspreche der Zahl der Wähler mit türkischer Abstammung im Land. Die Probleme innerhalb der Türkei, und auch die Proteste im Gezi-Park seien wichtig für die Türken in Deutschland. In Düsseldorf hätten sie bereits eine eindeutige Position dazu bezogen und werden es auch in Zukunft tun.

19:05 Uhr: Es ist soweit: Erdogan betritt die Bühne - mit über einer Stunde Verspätung. Mit dabei ist seine Frau Emine. Jubel, türkische Fahnen, Winken, dramatische Musik. Der Einheizer spricht von "unserem Ministerpräsidenten", den die Menge mit Sprechchören begrüßt.

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