Politik : Berlin erwartet Nato-Beitritt Georgiens

Berlin - Deutschland dringt auf eine rasche Lösung im Konflikt zwischen Russland und Georgien über die abtrünnige georgische Provinz Abchasien. Eine Verhandlungslösung müsse mit Nachdruck erarbeitet werden, es dürfe nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag gewartet werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch in Berlin nach einem Treffen mit dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili. Sie teile die Sorgen über die jüngsten Schritte Russlands in der Krisenregion. Zugleich bekräftigte Merkel die grundsätzliche Zustimmung für eine Nato-Mitgliedschaft der Kaukasusrepublik. „Georgien wird eines Tages Mitglied der Nato sein.“

Russland und Georgien streiten seit langem über den Status der zwei abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien sowie den angestrebten Nato-Beitritt Georgiens. Die Führung in Tiflis fordert den Abzug der russischen Friedenstruppen aus der Region. Sie befinden sich dort auf Grundlage eines Mandats der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Merkel sagte, „wir unterstützen sehr klar die territoriale Integrität Georgiens“. Sie habe ihre Sorgen über bestimmte Schritte Moskaus auch dem russischen Präsidenten Medwedew mitgeteilt.

Georgien sei bereit, mit Russland zusammenzuarbeiten, um weitere Provokationen zu verhindern, sagte Saakaschwili. Er warf Moskau zugleich vor, in Abchasien nach Öl bohren zu wollen. Solche Versuche seien inakzeptabel. Für neuen Zündstoff sorgte die Ankündigung Moskaus, nach 16-jähriger Unterbrechung wieder Schiffsverbindungen mit Abchasien aufzunehmen. dpa

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