Berlin : Ex-Vertriebenenpolitiker Hupka gestorben

Der langjährige Präsident der Landsmannschaft Schlesiens, Herbert Hupka, ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Hupka trat mit vielen umstrittenen Positionen für die Vertriebenenpolitik ein.

Berlin - Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete, der über Jahrzehnte die Vertriebenenpolitik in Deutschland geprägt hatte, starb bereits am vergangenen Donnerstag, wie die Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung der CDU/CSU mitteilte. Hupka wurde 91 Jahre alt. Er soll im Familienkreis beigesetzt werden, ein öffentlicher Trauergottesdienst ist für den 30. September in Bonn geplant.

Lange setzte er sich gegen die vom damaligen Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) begonnene und den folgenden Bundesregierungen fortgesetzte Entspannungspolitik mit der DDR und Polen ein. Vor allem forderte er mit Unterstützung seiner Landsmannschaft vehement eine Wiedereingliederung der nach dem Zweiten Weltkrieg an Polen gefallenen ehemaligen deutsche Ostgebiete an Deutschland. 1986 kam es zum Eklat mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Dieser weigerte sich wegen des von Hupka ausgewählten Mottos "Schlesien bleibt unser!" auf dem Schlesiertag zu sprechen. Das Motto wurde kurzfristig noch geändert.

Hupka, der auch lange Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen und Vorsitzender des Ostdeutschen Kulturrates war, milderte seine Positionen im Alter allerdings etwas. Er bereiste nach dem Fall des Eisernen Vorhangs regelmäßig Polen und suchte dort den Dialog. Seine im heutigen Polen gelegene Geburtsstadt Racibórz (früher Ratibor) machte ihn trotz der Auseinandersetzungen der Vergangenheit zum Ehrenbürger. Noch im Mai diesen Jahres veröffentlichte der ehemalige Journalist das Buch "Schlesien lebt. Offene Fragen - kritische Antworten". (tso/AFP)

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