Berlin : Kabinett macht Weg für Vertriebenenzentrum frei

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die Mitglieder der "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" berufen. Damit ist der Weg frei für den Aufbau des geplanten Ausstellungs- und Dokumentationszentrums in Berlin.

Berlin -  Dafür soll jetzt umgehend der Architektenwettbewerb für den erforderlichen Umbau des Deutschlandhauses am Anhalter Bahnhof ausgeschrieben werden, wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) mitteilte. Auch solle zügig der Gründungsdirektor der Dokumentationsstätte berufen werden, voraussichtlich ein Historiker.

Der Bund der Vertriebenen (BdV) hat für den 13-köpfigen Stiftungsrat lediglich zwei Mitglieder benannt und für den weiteren ihm zustehenden Sitz „vorläufig keine Benennung“ vorgenommen. Der Verband hatte die Nominierung seiner Präsidentin Erika Steinbach nach dem eskalierenden deutsch-polnischen Streit um diese Frage demonstrativ zurückgezogen und die Besetzung offengelassen. Die beim Deutschen Historischen Museum Berlin (DHM) angesiedelte Stiftung soll „im Geiste der Versöhnung die Erinnerung und das Gedenken an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert im historischen Kontext des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik und ihrer Folgen wachhalten“.

Zu den Stiftungsratsmitgliedern gehören für die Dauer von fünf Jahren neben DHM-Direktor Hans Ottomeyer und Hans Walter Hütter vom Haus der Geschichte der Bundesrepublik auch Kulturstaatsminister Neumann sowie unter anderem Vertreter des Bundestages, der Kirchen und des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Bundesregierung stellt für die Baumaßnahmen in etwa 14 Millionen Euro und für die jährlichen Betriebskosten 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Neumann sprach von einem erfolgreichen Abschluss des Vorhabens nach einem „langen, politisch schwierigen Vorlauf“. Mehr als 60 Jahre nach Kriegsende werde das Schicksal von Millionen Vertriebenen in Europa und besonders der Flucht und Vertreibung von 14 Millionen Deutschen angemessen und würdevoll gedacht werden, betonte Neumann. dpa

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