Politik : Berlin schickt Sanitäter nach Mali Paris: Mehrere hundert Islamisten getötet

Berlin/Gao - Deutschland schickt über seine bisherigen Zusagen hinaus auch Sanitäter in das westafrikanische Mali. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte dem Tagesspiegel, dies sei am Dienstag bei der Truppensteller-Konferenz in Brüssel vereinbart worden. Die Bundesrepublik hatte sich bisher bereit erklärt, 40 Pioniere zur Ausbildung der malischen Armee nach Bamako zu schicken. „Zusätzlich hat Deutschland, nachdem sich kein anderer Mitgliedstaat dazu bereit erklärt hat, zugesagt, rund 40 Sanitätssoldaten zu entsenden“, sagte de Maizière. Die Ärzte und Sanitäter sollen in Mali ein Feldlazarett unterhalten.

Bei den Angriffen der französischen Luftwaffe und direkten Kämpfen in den malischen Städten Konna und Gao sind seit dem 11. Januar „mehrere hundert Islamisten“ getötet worden. Das teilte das Verteidigungsministerium in Paris mit. Die malische Armee hatte Konna Mitte Januar erobert, Ende Januar hatten französische Truppen zusammen mit malischen Einheiten Gao im Norden Malis eingenommen. Nach mehrtägigem Bombardement sind tschadische Truppen in die ehemalige Islamisten-Hochburg Kidal einmarschiert. Das Welternährungsprogramm kündigte an, die Verteilung von Lebensmitteln im Norden Malis wieder aufzunehmen.

Die EU-Außenminister wollen den europäischen Ausbildungseinsatz am kommenden Dienstag beschließen, anschließend muss der Bundestag einem entsprechenden Mandat für den Einsatz zustimmen. Deutschland hätte damit insgesamt rund 150 Soldaten im Einsatz. Bereits jetzt fliegen drei Transall-Transportmaschinen Truppen aus Nachbarstaaten der Regionalorganisation Ecowas in die malische Hauptstadt Bamako. Geplant ist außerdem deutsche Hilfe bei der Luftbetankung französischer Kampfjets.

Malis Außenminister Tieman Hubert Coulibaly sagte in Brüssel, der Konflikt im Norden seines Landes gehe „alle zivilisierten Länder“ an. Die Übergangsregierung hatte vor kurzem einen Fahrplan für eine Rückkehr zur verfassungsgemäßen Ordnung in Mali vorgelegt. Demnach soll schon Ende Juli gewählt werden.bib/AFP

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