Politik : Berlin will Madagaskar helfen

Deutschland fördert Schutz der Artenvielfalt

Dagmar Dehmer

Berlin - Über die Deutschen hat der Präsident von Madagaskar nur Gutes zu sagen: Die Maschinen, die er hier gekauft habe, „laufen immer noch“, die Verträge, die er unterzeichnet habe, gelten noch und sogar die Freundschaften halten. Vor allem die zum Bundespräsidenten Horst Köhler, auf dessen Einladung Marc Ravalomanana in den vergangenen Tagen auf Deutschlandbesuch war. Köhler selbst hat die Insel vor der Südostküste Afrikas schon zwei Mal besucht, einmal noch als Präsident des Internationalen Währungsfonds und einmal als Bundespräsident.

Madagaskar gilt als positives Beispiel auf dem Kontinent. Die Wachstumsraten liegen seit fünf Jahren bei fünf bis sieben Prozent. Entsprechend stolz präsentiert sich Ravalomanana bei seinem Deutschlandbesuch. Er hat auch Berlin nicht mit leeren Händen verlassen. 34,5 Millionen Euro will Deutschland in den kommenden beiden Jahren in die Zusammenarbeit mit Madagaskar investieren. Dabei geht es vor allem um den Schutz der Artenvielfalt – 70 Prozent der Arten auf der Insel kommen nur dort vor. Dass die Artenvielfalt Madagaskars auch das Kapital der Insel ist, hat der Präsident offensichtlich längst erkannt. Er bot seinen deutschen Gesprächspartnern nicht nur an, mit deutscher Hilfe die Urwälder zu erhalten „und so auch etwas zum Klimaschutz beizutragen“, wie er sagte. Er sprach auch davon, dass die Artenvielfalt der Schlüssel zur Entwicklung von Medikamenten und Pflegeprodukten sein kann – und lud deutsche Firmen zur Investition ein.

Doch trotz aller positiven Entwicklungen auf Madagaskar fürchtet der Botschafter in Deutschland, Alphonse Ralison, dass der Klimawandel einen Teil der Bemühungen seiner Regierung wieder zunichte machen könnte. „Das ist eine Katastrophe“, sagte er dem Tagesspiegel. Und dass Madagaskar derzeit noch nicht weiß, wie sich die Insel an den Klimawandel anpassen könnte.

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