Politik : Berliner Jobvermittler in Geldnöten

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Berlin Das Berliner Dienstleistungsunternehmen BBJ Consult AG, das deutschlandweit rund 20 Personal-Service-Agenturen (PSA) betreibt, steckt in Zahlungsschwierigkeiten. Die Personal-Service- Agenturen haben von den Arbeitsagenturen den Auftrag, Arbeitslose auf Zeit an Firmen zu vermitteln. Dafür erhalten sie monatliche Prämien. Ziel ist es, Arbeitslose dauerhaft in einen Job zu vermitteln. Die PSA sind ein Teil der Hartz-Reformen. Nach Informationen des Tagesspiegels hat ein Teil der bei der BBJ beschäftigten PSA-Mitarbeiter ausstehende Gehälter noch nicht erhalten. Die BBJ bestätigte dem Tagesspiegel, dass es zu Verzögerungen bei Gehaltszahlungen aufgrund von Liquiditätsproblemen gekommen sei. Die Gefahr einer Insolvenz bestehe jedoch nicht, sagte BBJ-Vorstandsmitglied Ralf Grimpe am Donnerstag.

Nachdem Beschwerden über die Zahlungsmoral der BBJ bekannt geworden waren, hat sich auch die Arbeitsagentur eingeschaltet. Die Arbeitsagentur Berlin-Mitte hat ihre Fördergelder an die BBJ vorläufig eingefroren, bis eine schriftliche Bestätigung vorliegt, dass die ausstehenden Gehälter an die PSA-Mitarbeiter überwiesen wurden. Wie es dann weitergehen soll, will die Arbeitsagentur nach einem Treffen mit der BBJ entscheiden, das am heutigen Freitag stattfinden soll.

Dass das PSA-Geschäft der BBJ nicht gut läuft, zeigt auch, dass von einst 46 PSA nur noch rund 20 übrig geblieben sind. Für die restlichen PSA hat die BBJ ihre Verträge mit den Arbeitsagenturen vor Ort, die auf zwei Jahre angelegt waren, vorzeitig gekündigt. Darunter auch den mit der Arbeitsagentur Berlin-Mitte, der von BBJ zum 31. Dezember 2004 gekündigt worden ist. Bundesweit gab es Ende August 821 Vermittlungsagenturen. ce/dro

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