Politik : Berliner unerwünscht

Oskar Lafontaine wird 60 – und feiert ohne die SPD-Spitze

Robert von Rimscha

An diesem Dienstag blickt die Republik auf Saarbrücken, in den Festsaal des Rathauses. Zumindest der besorgte Teil der SPD und jene, die auf die Wiedergeburt einer Linkspartei setzen. Oskar Lafontaine wird 60 Jahre alt. Die Saar-Sozialdemokratie feiert ihn. Rund 400 Gäste werden erwartet, darunter Egon Bahr und Björn Engholm. Auch Gregor Gysi von der PDS will kommen, von jener Partei also, die Lafontaine am liebsten in die Ost-SPD eingemeinden würde.

Und die aktuelle Bundes-Spitze der Partei? Noch ehe man die Frage fertig ausgesprochen hat, kommt vom Pressesprecher der Saar-Sozialdemokraten ein hartes „Nein“. Nein, Schröder, Müntefering, Clement, Struck, Eichel, Scholz und die anderen Genossen aus dem Kanzler-Team werden nicht kommen. Nicht, dass sie abgesagt hätten. Ihre Namen fehlten auf der Einladungsliste, die der Jubilar erstellt hat. Schröder sandte immerhin einen schriftlichen Gruß: „Lieber Oskar Lafontaine, im Namen des Parteivorstands gratuliere ich Dir zu Deinem Geburtstag. Mit freundlichen Grüßen, Gerhard Schröder.“

Die Antwort, die sich manch einer von der Geburtstagsgala erwartet, ist die auf die Frage nach dem Wiedereinstieg Lafontaines in die Politik. Die Saar-Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2004 will er mit Landeschef Heiko Maas besprechen. Daraus könnte sich die Fortsetzung einer bewegten Karriere ergeben. Bäckers-Sohn, Physiker, jüngster Oberbürgermeister einer Großstadt, 13 Jahre Ministerpräsident, gescheiterter Kanzlerkandidat, nach dem Putsch gegen Scharping seit 1995 SPD-Chef, Finanzminister unter Schröder, 1999 dann der General-Rücktritt – das waren die Stationen. Und nun?

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