Berufsforschung : Arbeitsmarktforscher sollen unabhängig arbeiten können

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung wissenschaftliche Unabhängigkeit zugesagt. Er möchte diesen Entschluss auch schriftlich "in Gestalt eines Statuts" absichern.

Nürnberg Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung  (IAB) habe seit jeher Forschungs- und Publikationsfreiheit genossen, betonte Weise und reagierte damit auf die Anregung des Deutschen Wissenschaftsrates in einem Bewertungsbericht, die Unabhängigkeit des Instituts strukturell zu schützen. In dem Bericht attestiert der Wissenschaftsrat dem IAB nach mehrmonatiger Prüfung "hervorragende Arbeit". Das IAB sei eine "international sehr anerkannte wissenschaftliche Einrichtung, die über das Potenzial verfügt, auf europäischer Ebene eine führende Rolle zu übernehmen".

Einbindung in internationale Wissenschaftsgemeinde

Der Wissenschaftsrat, der neben dem IAB auch andere Forschungsinstitute des Bundes überprüft hatte, würdigte neben der guten internen Kooperation der IAB-Wissenschaftler auch deren gute Einbindung in die nationale und internationale Wissenschaftsgemeinde. Ein noch größeres Gewicht sollten am IAB allerdings Fragen der Internationalisierung der Arbeitsmärkte einnehmen.

Der neue IAB-Direktor Joachim Möller erklärte diese Forderung des Wissenschaftsrats decke sich voll mit der vom IAB angestrebten Weiterentwicklung des Instituts. Möller, der sein Amt am 1. Oktober angetreten hatte, kündigte eine verstärkte regionale Arbeitsmarktforschung an. Es gebe teils auch innerhalb von Bundesländern große Diskrepanzen auf dem Arbeitsmarkt, die es zu erforschen gelte.

Forschungsfelder aufzeigen

Auch dem Komplex "Niedrigeinkommen" werde sich das Institut in den kommenden Jahren verstärkt zuwenden. "Es gibt in unserer Gesellschaft seit den 80er Jahren einen Trend zu mehr Ungleichheit. Diesen Prozess wollen wir analysieren und die daraus abzuleitenden Konsequenzen beschreiben", sagte der neue IAB-Chef. Auch die Auswirkungen der EU- Erweiterung blieben im Fokus des Instituts. (mit dpa)

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