Politik : „Besser nichts tun als etwas Falsches“

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Erst im zweiten Semester, und schon ein Buch geschrieben. Das Werk des Philosophiestudenten Erwin Teufel heißt „Maß & Mitte“ und handelt vom Mut zu einfachen Wahrheiten. Unter vielen Punkten – Mehrwertsteuer, Familie, Bildungspolitik – geht es im Büchlein des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten auch um die Gesundheitsreform. Teufel lässt am Vorgehen der großen Koalition kaum ein gutes Haar. Er sieht Zentralisierung , wo Wettbewerb gefordert sei. Die Reform laufe mit dem Fondsmodell auf eine bundesweite Einheitsversicherung hinaus – „trotz der bitteren Erfahrung mit der Einheitsverwaltung Bundesagentur für Arbeit“. Stattdessen fordert Teufel eine Reduzierung der Beiträge durch stärkere Eigenanteile der Versicherten, was die Gesundheitskosten senke und die Lohnkosten ebenfalls. Was Teufel am wenigsten verstehen kann, ist der Entschluss der Politik, sich die Verantwortung für die Bestimmung der Kassenbeiträge aufzuhalsen, statt sie der Selbstverwaltung der Kassen zu belassen. Künftig solle der Bundestag die Beitragssätze festlegen. In Teufels Augen eine politische Narretei , die „zwingend zu höheren Steuern führen“ werde. Der eingeschlagene Weg sei eine Sackgasse . „Niemand ist genötigt, etwas Falsches zu tun“, sagte Teufel dem Tagesspiegel zur Erklärung seiner Philippika. Und bevor man etwas Falsches tue, solle man besser nichts machen, meint er. afk

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