Politik : Bessere Integration durch kostenlose Kindergärten?

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Berlin - Vor dem Integrationsgipfel am Freitag im Kanzleramt wird der Ruf nach gebührenfreien Kindergärten zur Bekämpfung von Sprachschwierigkeiten von Ausländerkindern lauter. Kindergartenplätze müssten künftig überall in Deutschland kostenlos angeboten werden, forderten die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), und der SPD-Innenexperte Sebastian Edathy. Beide plädierten auch für Sprachtests ein Jahr vor der Einschulung. Edathy mahnte darüber hinaus ein Kommunalwahlrecht für langjährig in Deutschland lebende Ausländer sowie eine humanitäre Bleiberechtsregelung für Geduldete an.

An dem Gipfel nehmen unter anderen Vertreter von Migrantenorganisationen, der Kirchen sowie Politiker aus Bund, Ländern und Kommunen teil. Vertreter muslimischer Organisationen wurden nicht eingeladen, wohl aber zwei Imame. Bei der SPD stieß dies auf Kritik: „Wenn man die Kirchen einlädt, dann kann man an den Vertretern der Muslime nicht vorbeigehen“, sagte Edathy. Zugleich forderte er einen Abschied von der Idee der Leitkultur: Wer sein Leben auf der Grundlage der Verfassung gestalte, habe „Anspruch auf Anerkennung als Mitbürger, egal ob er am Sonntag in die Kirche oder die Moschee geht“. Dagegen pochte Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) auf eine unterschiedliche Gewichtung der Kulturen: „Das Geläut der Kirchenglocken charakterisiert unser Land und nicht der Ruf des Muezzins.“ has

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