• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Bessere Integration : Länder wollen mehr Migranten in der Polizei

28.07.2011 17:00 Uhr
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen wirbt um junge Migranten.Bild vergrößern
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen wirbt um junge Migranten. - Foto: dpa

Die Bundesländer wollen mehr Ausländer und Bürger mit Migrationshintergrund als Polizisten einstellen. Oftmals fehlen aber die geeigneten Bewerber, heißt es aus mehreren Innenministerien.

Zahlreiche Bundesländer haben daher in den letzten Jahren Werbekampagnen gestartet, mit denen Männer und Frauen mit ausländischen Wurzeln angesprochen werden sollen. Von deren Einstellung erhoffen sich die Länder mehr Akzeptanz und Verständnis in der Bevölkerung. Der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) erklärte, Migranten könnten so besser in die Gesellschaft integriert und die häufigen sprachlichen und kulturellen Verständigungsprobleme zwischen Polizei und Migranten besser bewältigt werden.

Die Weiterentwicklung der interkulturellen Kompetenz der Polizei sei ein Schwerpunktthema, teilte ein Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums mit.

Deshalb solle der Anteil der Beamten mit Mitgrationshintergrund erhöht werden. Auch das Ministerium in Sachsen-Anhalt hofft auf positive Effekte durch die Mehrsprachigkeit. Ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Innenministeriums gab das Ziel aus, „die kulturelle Vielfalt in der Polizeiorganisation zu fördern.“ Er beklagte aber, dass Bewerber mit ausländischen Wurzeln häufig aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse am Auswahlverfahren scheiterten. Dieses Manko benannten auch andere Bundesländer.

Relativ hoch ist die Migrantenquote bei der Berliner Polizei. Rund neun Prozent der seit Frühjahr 2010 eingestellten 912 Polizisten geben dort einen Migrationshintergrund an. Allerdings ist der Anteil bei den Bewerbern doppelt so hoch. Das niedersächsische Innenministerium zählt 380 Vollzugsbeamte mit ausländischen Wurzeln (rund zwei Prozent), konnte nach eigenen Angaben die Quote bei den Neueinstellungen in den letzten Jahren aber auf über zehn Prozent erhöhen, bei den Bewerbern sogar auf über 15 Prozent. In Bremen waren in diesem Jahr bei 364 Bewerbern (rund 13 Prozent) ausländische Wurzeln bekannt.

In Schleswig-Holstein sind rund 100 Migranten und Ausländer im Polizeidienst beschäftigt (rund 1,5 Prozent). Keine Angaben zu Polizisten mit Migrationshintergrund gibt es dagegen im Süden. Das baden-württembergische Innenministerium teilte mit, dass dort 161 ausländische Polizisten arbeiteten, in Bayern sind es 119 Beamte ohne deutschen Pass. Das Innenministerium des Freistaats bezeichnete die Bewerberlage als „gut“.

Dagegen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt nur 14 Polizisten mit Migrationshintergrund. Allerdings liege der Ausländeranteil dort auch nur bei 1,8 Prozent, teilte das Ministerium in Schwerin mit. In Sachsen-Anhalt haben laut einer Umfrage unter den Beamten elf Ordnungshüter ausländische Wurzeln. Die Bundespolizei beschäftigt nach eigenen Angaben 463 Polizeibeamte mit Migrationshintergrund (1,4 Prozent), wobei die Zahl in den letzten Jahren stetig gestiegen sei. 2006 habe sie noch bei 263 gelegen.

Um mehr Migranten für den Polizeidienst zu gewinnen, werben viele Länder inzwischen offensiv um Nachwuchs mit ausländischen Wurzeln. Das Repertoire reicht dabei von mehrsprachigen Flyern über Kampagnen in ausländischen Zeitungen und Auftritten auf Jobmessen bis hin zu speziellen Internetauftritten. Zudem gehe die Polizei schon jetzt in Schulen, spreche dort gezielt Migranten an und versuche, sie davon zu überzeugen, „dass es wichtig ist, sich in der Gesellschaft zu engagieren“, sagt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut. „Und da könnte der Polizeiberuf ein Weg sein.“ Dabei gehe es auch darum, die Personallücke zu füllen, die in den kommenden Jahren durch viele anstehende Pensionierungen entstehen werde. (dapd)

Es ist sechs Uhr morgens und Sie haben die wichtigsten Zeitungen schon gelesen. Oder die Tagesspiegel Morgenlage. Redaktionsschluss fünf Uhr morgens. Minuten später auf Ihrem Smartphone, Tablet oder Computer. Die kostenlose Nachrichten- und Presseschau gibt es für Politik-Entscheider oder Wirtschafts-Entscheider. Entscheiden Sie sich für eine oder beide.
Folgen Sie unserer Politikredaktion auf Twitter:

Dagmar Dehmer:


Andrea Dernbach:


Cordula Eubel:


Fabian Leber:


Matthias Meisner:


Elisa Simantke:


Christian Tretbar:


Claudia von Salzen:

Umfrage

Die EU hat beschlossen, bis 2030 den Energieverbrauch um 30% zu reduzieren? Reicht Ihnen das als Energiesparziel?

Tagesspiegel twittert

Service

Empfehlungen bei Facebook

Weitere Themen

Todesopfer rechter Gewalt

Der Tagesspiegel im Sozialen Netz