Bestechungsskandal : Schreiber streitet alles ab

Richter und Staatsanwälte haben Karlheinz Schreiber in Augsburg den Haftbefehl eröffnet. Der frühere Waffenlobbyist ließ über seinen Anwalt alle Vorwürfe bestreiten.

Vor dem Landgericht in Augsburg wurde dem 75-jährigen Deutsch-Kanadier Karlheinz Schreiber am Dienstagmorgen der Haftbefehl in Anwesenheit von drei Richtern und drei Staatsanwälten verlesen.

Schreiber war erst am Montag nach 14-jähriger Abwesenheit wieder in Deutschland eingetroffen, nachdem er von den kanadischen Behörden ausgewiesen worden war. Anschließend wurde er in die Justizvollzugsanstalt Augsburg gebracht. Wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr muss auch weiterhin in Untersuchungshaft bleiben.

Schreiber habe einen mitgenommenen Eindruck gemacht, sagte ein Gerichtssprecher. Er lehnte es ab, fotografiert zu werden. Sein Anwalt Jens Wursbach wollte keine Stellungnahme abgeben. Gleichwohl ließ Schreiber über seinen Anwalt alle gegen ihn gerichteten Vorwürfe pauschal bestreiten.

Nach der Eröffnung des Haftbefehls zog sich das Gericht zu einer kurzen Beratung zurück. Wann die Verhandlung beginnt, war zunächst unklar. Mit einer Terminierung des Prozessbeginns sei am Dienstag nicht mehr zu rechnen, sagte Landgerichtspräsident Herbert Veh.

Der Ex-Waffenhändler Schreiber ist eine Schlüsselfigur im CDU-Spendenskandal um den ehemaligen Bundeskanzler und Parteivorsitzenden Helmut Kohl. Er soll über ein Schweizer Tarnkontensystem Politiker und Industrielle bestochen haben.

Quelle: ZEIT ONLINE

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