BETREUUNGSGELD : BETREUUNGSGELD

In skandinavischen Ländern ist ein Betreuungsgeld für Kinder unter drei Jahren weit verbreitet. Die Erfahrungen sind aber höchst unterschiedlich. Finnland war 1985 Vorreiter der Leistung für zu Hause erziehende Eltern. Eine Studie des halb staatlichen norwegischen Instituts für Genderstudien (NIKK) kam kürzlich zu dem Schluss, dass das finnische Betreuungsgeld – derzeit maximal fast 500 Euro – eine weithin akzeptierte Norm sei. Fast jede Familie nutze die Leistung zeitweise, gut ein Drittel der Eltern schöpfe sie voll aus.

Ganz anders in Norwegen, das sein Betreuungsgeld 1998 einführte – und heute die Abschaffung diskutiert. Anfangs fand es reges Interesse. Doch seit der Ausbau der staatlichen Kindertagesplätze sich der 100-Prozent-Quote nähert, ist der Zuspruch deutlich zurückgegangen. Der weit überwiegende Teil der Kleinkinder geht spätestens im zweiten Lebensjahr in eine Kita.

Als wichtigen Grund für die Unterschiede nennen die NIKK-Forscher das Jobangebot. In Norwegen gibt es viele familienfreundliche Teilzeitstellen. In Finnland heißt die Alternative für die meisten Frauen: Vollzeit oder gar nichts. Die finnischen Eltern nutzten ihr Betreuungsgeld folgerichtig überwiegend dazu, um private Kinderbetreuung zu bezahlen. bib

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