Betreuungsgeld gekippt : Post für "Bild"-Kolumnist Franz-Josef Wagner

Mütter haben keine Zeit mehr für ihre Kinder, denn sie müssen Hosenanzüge tragen und Smoothies trinken. So beschwört es zumindest "Bild"-Kolumnist Franz Josef Wagner. Der Weltuntergang ist endgültig da.

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Immer wieder für eine freche Kolumne gut: Boulevard-Journalist Franz-Josef Wagner.
Immer wieder für eine freche Kolumne gut: Boulevard-Journalist Franz-Josef Wagner.Foto: picture-alliance/ dpa

Der Untergang des Abendlandes wurde schon oft beschworen. Aber jetzt ist er endgültig da. Eingeleitet vom Bundesverfassungsgericht, das das Betreuungsgeld gekippt hat. Wo das jetzt schnurstracks hinführt? Wir kriegen keine Babys mehr.

Wir Männer ohnehin immer noch nicht. Aber potenzielle Mütter auch nicht, weil die jetzt Karriere machen, Hosenanzüge tragen wie Ursula von der Leyen, die Babys in die Kita geben, mehr verdienen als ihre Männer, die dann in Teilzeit gehen müssen.

Außerdem trinken Frauen Smoothies. Sie sind Business-Frauen, Power- Frauen, Chefredakteurinnen. Abgesehen davon, dass das ja schon immer so war, dass Frauen mehr verdienen als Männer und in nahezu allen Dax-Unternehmen die Spitzenpositionen innehaben und der Tagesspiegel quasi das einzige Medium weltweit ist, dessen Chefredaktion von Männern durchsetzt ist, abgesehen von all dem, hat das Vorherige alles Franz Josef Wagner in einer seiner sensiblen Kolumnen „Post von Wagner“ geschrieben, Franz Josef Wagner, der filigrane, gleichermaßen hell- und weitsichtige Poet der „Bild“.

Tagesspiegel-Kolumnist Helmut Schümann.
Tagesspiegel-Kolumnist Helmut Schümann.Karikatur: Tagesspiegel

Und wozu führt das nun wieder, dass Frauen Hosenanzüge tragen? Dass sie keine Mütter mehr sind und nachts nicht bei den Kindern sind, wenn die Angst vor Blitz und Donner haben. Müssen ja ständig Smoothies trinken, da bleibt natürlich keine Zeit fürs Schlaflied. Und die Kinder müssen Vollrohr „Games of Thrones“ spielen, damit sie den grausigen Donner nicht hören und die flammenden Blitze nicht sehen.
Die Männer, also solche wie Wagner, können auch nicht helfen, die sind ja in der Teilzeit, einer Kneipe gleichen Namens, die jetzt überall wie Pilze aus dem Boden sprießen werden. Dort können sie das viele Geld verprassen, das ihre Frauen in ihren Spitzenpositionen als Chefredakteurinnen und Dax-Vorständin verdienen.
Dabei gibt es doch nichts Schöneres, so schließt Wagner, als ein Baby, das schläft, zuzudecken, es zu küssen und Gute Nacht zu sagen. Nun Franz Josef Wagner, das hängt davon ab, wer küsst. Ein Baby, das von Vater oder Mutter geküsst wird, die vielleicht zu viel schniefen vor Kummer und nach anderen Getränken riechen als nach Smoothies, wird sich erschrecken und schreien: Rabähh, der Wagner.

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