Politik : Bigley nach Fluchtversuch ermordet?

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London/Bagdad Der im Irak ermordete Brite Kenneth Bigley (62) soll unmittelbar vor seinem Tod einen Fluchtversuch unternommen haben. Das berichtete der britische Rundfunksender BBC am Samstag unter Berufung auf irakische Regierungsquellen. Nach offizieller Mitteilung wurde Bigley nach dreiwöchiger Geiselhaft am Donnerstagabend in der Kleinstadt Latifija bei Bagdad enthauptet.

Wie es bei der BBC hieß, soll Bigley mit Hilfe einer seiner Entführer vorher für etwa 30 Minuten entkommen sein. Die Geisel sei dann auf Ackerland bei Latifija gefasst und sofort getötet worden. Die Enthauptung soll nach britischen Presseberichten der Anführer der Terrorgruppe, der Jordanier Abu Mussab el Sarkawi, selbst ausgeführt haben. In Bigleys Heimatstadt Liverpool wurde eine Schweigeminute für den Ermordeten eingehalten. Geschäftsleben und Verkehr in der nordwestenglischen Hafenstadt kamen zum Stillstand. Der britische Außenminister Jack Straw hatte noch am Freitag die Familie Bigleys besucht, um persönlich das Beileid der Regierung zu überbringen.

Aufständische haben nach US-Militärberichten unterdessen in der westirakischen Stadt Ramadi das Gebäude des Roten Halbmonds in die Luft gesprengt. Das US-Militär verfüge über keine Hinweise, dass sich zum Zeitpunkt der Explosion Menschen in dem Gebäude befunden hätten oder dass welche dabei verletzt worden wären, erklärte das US-Militärkommando in Bagdad. dpa

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