BILANZ SEIT DEM JAHR 2000 : 471 jüdische Friedhöfe geschändet

Im zweiten Teil der Großen Anfrage hatte die Linksfraktion eine detaillierte Auflistung der seit dem Jahr 2000 von der Polizei festgestellten Schändungen jüdischer Friedhöfe beantragt. Die Bundesregierung nennt insgesamt 471 Fälle von Januar 2000 bis zum Jahresende 2008. Die meisten Schändungen, insgesamt 80, meldete

Niedersachsen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (73), Baden-Württemberg (61) und Hessen (55). Nur wenige Angriffe auf jüdische Friedhöfe gab es offenbar in Sachsen und Hamburg (je sieben), in Berlin (acht) und Sachsen-Anhalt (neun). Brandenburg berichtete über 38 Schändungen. Die

Aufklärungsquote ist bundesweit gering. Nur nach 71 Angriffen auf Friedhöfe konnte die Polizei Täter oder Tatverdächtige ermitteln, insgesamt waren es 170. Die meisten Schändungen rechnete die Polizei der rechten Szene zu. 443 Taten hätten einen „politisch rechts motivierten Hintergrund“ aufgewiesen, heißt es in dem Schreiben der Regierung. Nur drei Fälle wurden der „politisch motivierten Ausländerkriminalität“ zugeordnet. Ob es sich um islamistische Täter oder andere ausländische Extremisten handelt, steht in der Antwort nicht. Zu weiteren 24 Attacken auf jüdische Friedhöfe konnte die Polizei keine Angaben über die mutmaßliche Motivation der unbekannt gebliebenen Täter machen. Ein Fall wurde dem Bereich „Politisch motivierte Kriminalität – Sonstige“ zugerechnet, ohne weitere Erklärung. fan

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