Bildung : Noch zu wenig Ganztagsschulen

Jede sechste Schule bietet Betreuung am Nachmittag – es sollte jede dritte sein

Tina Rohowski

Berlin - Der Ausbau von Ganztagsschulen in Deutschland kommt langsamer als geplant voran. Jede sechste allgemeinbildende Schule bietet derzeit eine Betreuung auch am Nachmittag. Als Zielmarke für das Jahr 2007 war vom Bundesbildungsministerium eigentlich vorgesehen, fast jede dritte Schule in eine Ganztagsschule umzuwandeln. Die Zahlen seien dennoch als „sehr gutes Ergebnis“ zu werten, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) am Freitag bei der Eröffnung des Ganztagsschulkongresses in Berlin.

Mit vier Milliarden Euro hatte die rot-grüne Bundesregierung 2003 ein Investitionsprogramm ausgestattet, das Ganztagsschulen bis 2007 fördern sollte. Bislang sind aber erst 2,45 Milliarden Euro von den Bundesländern abgerufen worden, insgesamt werden knapp 6400 Schulen gefördert. Ein möglicher Grund: Mit dem Geld vom Bund dürfen die Länder nur Bauprojekte und Sachmittel finanzieren. Für zusätzliche Lehrer oder Betreuer müssen sie hingegen selbst aufkommen. Sie sei gleichwohl „mit dem Mittelabfluss sehr zufrieden“, sagte Schavan.

Das Programm ist bereits bis 2009 verlängert worden, um weitere Anträge zu ermöglichen. Wünschenswert wäre laut Schavan eine höhere Zahl an gebundenen Ganztagsschulen – Schulen, in denen für die Schüler auch am Nachmittag Anwesenheitspflicht besteht. In diesem Schuljahr werde solch ein Betrieb nur von sieben Prozent der Ganztagsschulen angeboten. Die Teilnahmepflicht könnte jedoch die „Überforderung der Kinder am Vormittag“ abbauen und „die Stundenpläne entzerren“. Tina Rohowski

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