Bildung : Pisa-Studie: Deutsche Schüler werden besser

Die OECD-Untersuchung bescheinigt Deutschland Fortschritte. Vieles ist aber noch Mittelmaß. Deshalb wird jetzt auch wieder über eine Reform des Föderalismus debattiert.

Von Amory Burchard und Christian Tretbar

Neun Jahre nach der Veröffentlichung der ersten Pisa-Studie haben sich die Leistungen deutscher Schüler deutlich verbessert. Deutschland schnitt bei der Lesekompetenz, in Mathematik und Naturwissenschaften besser ab als zuvor. In Mathe und Naturwissenschaften sind die Leistungen im internationalen Vergleich überdurchschnittlich, beim Lesen weiter mittelmäßig. „Wir sind dem Ziel der Bildungsrepublik ein großes Stück nähergekommen“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) in Berlin. Verantwortet wird die Studie von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

International führend sind beim Lesen die traditionellen Pisa-Sieger Korea und Finnland, vor Deutschland platzierten sich unter anderem auch Kanada, die Niederlande und Polen. Deutschland sei „aus der zweiten in die erste Liga aufgestiegen“, sagte der Leiter des Berliner OECD-Centers, Heino von Meyer. „Aber von der Champions League sind wir noch weit entfernt.“ Für den Sprecher des deutschen Pisa-Konsortiums, Eckhard Klieme, resultieren die deutschen Erfolge aus der veränderten Einstellung zum Thema Bildung.

Politiker der Grünen und der Linken kritisierten noch immer bestehende soziale Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem. Der bildungspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Albert Rupprecht (CSU), mahnte Verbesserungen im Zusammenwirken von Bund und Ländern an. Die Pisa-Ergebnisse seien kein Argument gegen den Bildungsföderalismus, „aber das strenge Kooperationsverbot verhindert bessere Lösungen im Bildungsbereich“. Die Regelung verbietet Finanzhilfen des Bundes in Bereichen, die in die gesetzgeberische Kompetenz der Länder fällt – wie bei Schulen. „Das ist ein Hemmschuh auf dem Weg zur Bildungsrepublik“, sagte Rupprecht. "Auch das Bildungspaket als Bestandteil der Hartz-IV-Reform hätten wir ohne das strenge Kooperationsverbot besser ausgestalten können", sagte Rupprecht weiter. Die Argumentation der Länder, der Bund könnte ihnen ja mehr Geld geben, um Bildungsaufgaben zu finanzieren, greife so nicht, argumentiert Rupprecht. "Denn der Bund kann den Ländern nicht vorschreiben wofür sie das Geld ausgeben sollen."

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