Bildung : Schavan wirbt für Studiengebühren

Bildungsministerin Anette Schavan kann die Aufregung um die Einführung von Studiengebühren nicht verstehen. Die Beiträge seien eine Stärkung der Hochschulen, die die Studenten gerne zahlen. Die von den Ländern gestellte Forderung nach mehr Geld für Bildung weist sie zurück.

HamburgVor dem Bildungsgipfel von Bund und Ländern in Dresden hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) für die Einführung von Studiengebühren geworben. "Ich halte Studiengebühren für richtig", sagte Schavan dem "Hamburger Abendblatt". "Die Beiträge zum Studium stärken die Weiterentwicklung der Hochschulen. So werden sie auch von den meisten Studierenden wahrgenommen." Studiengebühren seien auch international üblich, sagte Schavan. "Haushalte von Hochschulen können nicht nur gespeist werden aus Mitteln der öffentlichen Hand."

Zwei Studien im Auftrag des Bildungsministeriums "zeigen, dass die Gebühren kaum vom Studium abschrecken", betonte Schavan. Außerdem sei in den Bundesländern, in denen Studiengebühren erhoben werden, "die Zahl der Studienanfänger jetzt deutlich gestiegen". Die Ministerin nannte den Vorwurf der SPD, sie habe unliebsame Erkenntnisse über Studiengebühren unterdrückt, "falsch und leicht durchschaubar". "Die SPD wusste, dass es zwei Studien gibt, die gemeinsam präsentiert werden. Das geschieht, sobald die zweite Studie fertig gestellt ist. Es gibt auch keinen Grund, angesichts der Ergebnisse die Studien zurückzuhalten."

Den Bildungsgipfel in Dresden nannte Schavan "eine Etappe auf dem Weg zur Bildungsrepublik". Die Ministerin kündigte an, Bund und Länder würden sich "beispielsweise verständigen auf konkrete Maßnahmen zur Stärkung der frühkindlichen Bildung und zur Halbierung der Zahl derer, die ohne Abschluss die Schule, das Studium und ihre Ausbildung aufhören". All dies werde "zu mehr Chancen und mehr Durchlässigkeit des Bildungssystems führen." Neue Forderungen von Ministerpräsidenten nach mehr Geld für die Bildung wies Schavan zurück. "Wir werden in Dresden der Forderung nach Umsatzsteueranteilen nicht nachkommen. Das ist ein Bildungsgipfel und kein Finanzgipfel." (saw/AFP)

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