Politik : Bildungsbank

Die 20-jährige Anna Lühr- mann sitzt seit 2002 für die Grünen im Bundestag

Anna Lührmann

Deutschland soll ein Land der Ideen werden – sagt der neue Bundespräsident Horst Köhler. Wir stellen Menschen vor, die mit ihren Ideen das Land voranbringen können.

Vom Kindergarten zur Uni – deutsche Bildungseinrichtungen sind chronisch unterfinanziert. Und das, obwohl sich Experten wie Parteien einig sind, dass die Qualität der Bildung über die Zukunft jedes Einzelnen und die Deutschlands entscheidet. Höchste Zeit, dass der Staat mehr Geld für Bildung zur Verfügung stellt!

Zusätzliche staatliche Mittel müssen vor allem in frühkindliche und schulische Bildung investiert werden. Denn Studien wie Pisa haben gezeigt, dass in diesen Lebensphasen die individuellen Bildungs- und damit Lebenschancen entschieden werden. Paradoxerweise aber kostet hierzulande ein Kindergartenplatz Geld, ein Studienplatz ist dagegen weitgehend gebührenfrei. Deshalb muss über neue Wege der Hochschulfinanzierung nachgedacht werden – etwa über das grüne Modell der Bundesbildungsbank. Die würde jeder Uni pro Student und Semester 500 Euro zahlen. Auf der Basis eines Vertrags, den die Studierenden mit der Hochschule abschließen und in dem deren Leistungen festgelegt werden. Die Studierenden verpflichten sich ihrerseits, nach Studienabschluss einen Teil ihres Einkommens zurückzuzahlen. Denkbar sind etwa 0,2 Prozent des Einkommens pro Semester Vollstudium, gestreckt auf zehn bis 15 Jahre.

Der Vertrag stellt sicher, dass das Geld nicht zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet wird. Das Modell Bundesbildungsbank schafft Anreize für studienfreundliche Reformen und kommt direkt den Studierenden zugute. Gleichzeitig sollte der Staat frühen Bildungsabschnitten Vorrang einräumen. Das wäre ein Beitrag für mehr soziale Gerechtigkeit.

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