Bildungspolitik : Bachelor-Abbrecher legen die Wirtschaft lahm

Der Fachkräftemangel belastet die deutsche Wirtschaft zunehmend. Nun kritisierten Unternehmer erneut die Bachelorstudiengänge.

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Sie werden dringend gebraucht: Frisch gebackene Bachelor-Absolventen.-ddp

BerlinDie Hälfte der DAX-Konzerne hat angesichts des Fachkräftemangels die hohe Abbrecherquote von Bachelor-Studenten kritisiert. Die Hochschulen müssten die hohen Abbrecherzahlen in den Studiengängen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) rasch in den Griff kriegen, forderte Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger.

Die neuen Bachelor-Studiengänge haben an Universitäten und Fachhochschulen (FH) bislang nicht zu niedrigeren Abbrecherquoten geführt. "In den MINT-Fächern liegt die Quote im Durchschnitt bei 30 Prozent. In den Ingenieurswissenschaften brechen teilweise über 40 Prozent ihr Studium ab", sagte der Präsident des Stifterverbandes, Arend Oetker.

Wirtschaft fordert den Hochschulpakt zu verlängern

Viele Studenten klagen über zu hohen Leistungs- und Zeitdruck, wenn sie parallel zum Studium jobben müssen. Im Wintersemester 2006/07 waren knapp 20 Prozent der rund zwei Millionen Studenten in Bachelor- und Master-Studiengängen eingeschrieben. In den Geistes-und Sozialwissenschaften gehen die Abbrecherzahlen dagegen zurück.

Die Wirtschaft forderte Bund und Länder auf, den bis 2010 laufenden Hochschulpakt um zehn Jahre zu verlängern. Es müsse mehr MINT-Studienplätze geben, die in Lehre und Ausstattung teurer seien. Sattelberger sagte, die Bildungsampel stehe auf Gelb.

Technische Universitäten sind skeptisch gegenüber dem Bachelor

Vor allem die Technischen Universitäten stünden dem Bachelor skeptisch gegenüber: "Dort müssen die Blockaden niedergerissen werden", sagte der Personalchef der Deutschen Telekom. Die Firmen kündigten an, MINT-Absolventen attraktive Jobs zu bieten. Bewerber mit einem Bachelor-Abschluss könnten zum Berufseinstieg im Schnitt gut 40.000 Euro pro Jahr verdienen. (ml/dpa)

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