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Bildungspolitik : Schavan nennt Ressortteilung im Berliner Senat "Fehlkonstruktion"

Die Trennung von Wissenschaft und Forschung in zwei Verwaltungen "wirft Berlin zurück", sagt die Bundesforschungsministerin. Schavan fordert Wowereit und Henkel auf, den Fehler zu beheben.

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Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) befürchtet negative Auswirkungen auf Berlin, sollten Wissenschaft und Forschung wie geplant im neuen Berliner Senat auf zwei Ressorts verteilt werden.

"Das konterkariert alle Bemühungen um die bessere Verbindung von universitärer und außeruniversitärer Forschung sowie von Wissenschaft und Wirtschaft", sagte Schavan am Freitag dem Tagesspiegel. "Wenn das so kommt, wirft das Berlin zurück."

Ein modernes Wissenschafts- und Innovationssystem brauche eine moderne Verwaltung und nicht immer kompliziertere Behördenstrukturen: "Ich setze darauf, dass mit der Konstituierung des Berliner Senats diese Fehlkonstruktion behoben wird."

Hochschulen sollen künftig im Bildungsressort betreut werden, die außeruniversitären Institute im Wirtschaftsressort. Schavan müsste für die von ihr geplante Fusion der Charité mit dem Max-Delbrück-Centrum mit zwei Verwaltungen verhandeln.

Die beiden Einrichtungen, die künftig in der klinischen Forschung eng zusammenarbeiten wollen, hatten am Donnerstag gegen den Ressortzuschnitt im neuen Senat protestiert. Die Trennung von Forschung und Wissenschaft würde den Forschungsverbund erschweren, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Charité und MDC verwiesen auf einen von ihren Leitungen mitunterzeichneten Protestbrief, den Forschungseinrichtungen und Universitäten am selben Tag an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und an CDU-Chef Frank Henkel gerichtet hatten.

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