• Bildungsreform: Arbeitgeber fordern radikale Maßnahmen - Hundt plädiert für Studiengebühren

Politik : Bildungsreform: Arbeitgeber fordern radikale Maßnahmen - Hundt plädiert für Studiengebühren

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat eine radikale Reform des deutschen Bildungssystems gefordert, um den Mangel an Fach- und Führungskräften zu bekämpfen. Der Beamtenstatus für Lehrer und Hochschuldozenten sowie die Gesamtschule müssten abgeschafft werden, verlangte Hundt am Mittwoch in Berlin. Studiengebühren und das Schulfach Wirtschaft sollten dagegen eingeführt und das Leistungsprinzip konsequent durchgesetzt werden. Studenten sollten Universitäten in Ranglisten vergleichen können. Ein Land, das von seinen Köpfen lebe, könne sich einen Bildungsnotstand nicht leisten, sagte Hundt. Das Bildungsministerium warnte davor, das deutsche System schlecht zu reden.

Deutschland brauche mehr als die "Mini-Reförmchen" der "ineffizienten" und "kaugummizähen" Verhandlungsrunden der Kultusministerkonferenzen, kritisierte der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA). Hundt kündigte eine Bildungsinitiative an, die das Thema mit Diskussionforen und Expertenanhörungen vorantreiben werde. Er plädierte unter anderem dafür, das Leistungsprinzip in Prüfungen, Zeugnissen und Versetzungsregeln durchzuhalten und wandte sich dagegen, Schüler aus falsch verstandenem Mitleid "durchzuschleppen". Eine Sprecherin von Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) begrüßte, dass der BDA sich an der Bildungsdebatte beteilige. Es wirke aber kontraproduktiv, das deutsche System schlecht zu reden. Im internationalen Vergleich sei Deutschland durchaus wettbewerbsfähig.

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