Bildungsstudien : Pisa und Iglu: Lehrer warnen vor Übermut

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat die Kultusminister nach den neuen Ergebnissen der Iglu- und Pisa-Schulleistungsstudien vor "zu viel Ephorie" gewarnt. Die großen Probleme des deutschen Schulsystems seien bei weitem nicht gelöst.

Karl-Heinz Reith[dpa]

Berlin          Nach wie vor sei in keinem anderen vergleichbaren Industriestaat die Abhängigkeit zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg so groß wie in Deutschland, sagte die stellvertretende GEW-Vorsitzende Marianne Demmer. Dies habe erneut die jüngste Iglu-Grundschulstudie bestätigt. Und auch bei der Pisa-Untersuchung könne man nicht ohne weiteres von Leistungsverbesserungen ausgehen. Die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Tests von 2006 und 2003 seien in keiner Weise vergleichbar, weil sich inzwischen das gesamte Aufgabenspektrum verändert habe. Demmer: "Man muss sich hüten, hier Äpfel mit Birnen zu vergleichen."

Nach der am Vortag in Berlin veröffentlichten weltweiten Iglu-Lesestudie für die Grundschulen belegt Deutschland Rang 11 unter 35 Nationen und 10 Regionen. Am Mittwochabend waren auch Teilergebnisse der neuen Pisa-Studie bekanntgeworden, die die Leistung der 15- jährigen Schüler misst.

Danach belegen Deutschlands Zehnklässler bei Umweltwissen und Naturwissenschaften Rang 13 von 57 Staaten. Bei der PISA-Studie 2003 lag Deutschland noch auf Platz 18. Laut Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die die internationale PISA-Schuluntersuchung durchführt, sind beide Tests wegen ihrer geänderten Aufgabenstruktur bei den Naturwissenschaften nicht vergleichbar. Finnland konnte seinen ersten Rang erneut behaupten.  

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