Politik : Bin Laden-Video: Absender unbekannt

ara

Das neue Videoband von Osama bin Laden erreichte den TV-Sender Al Dschasira in Katar an Heiligabend um 12.30 Uhr. Das Paket, dass aus Karatschi kam, wurde von dem amerikanischen Paketdienst DHL übergeben. Es war das erste Mal, dass ein Bin-Laden-Band auf diesem Weg geliefert wurde. Die früheren Videoaufzeichnungen hatten persönliche Kuriere des Terrorchefs übergeben. Als Absender gaben die Auftraggeber beim Paketdienst DHL einen fiktiven Namen und eine falsche Adresse an.

Auf die Frage, warum Al Dschasira erst am Mittwoch einen vierminütigen Ausschnitt des Videobandes zeigte und die volle Aufzeichnung noch einen Tag später, sagte Abrahim Helal, Chef des Fernsehsenders Al Dshasira, dem Tagesspiegel: "Wir mussten für das ganze Band erst einen Sendeplatz finden. Deshalb haben wir uns vorab für einen kurzen Ausschnitt entschieden". Er sagte weiter, dass das Video ein veraltetes Super-8-Filmformat gehabt habe, und es schwierig gewesen sei, ein geeignetes Abspielgerät zu finden. "Wir haben das Band drei Tage lang analysiert und dann entschieden, es in voller Länge zu senden. Unserer Ansicht nach ist es das erste Mal, dass bin Laden annähernd zugibt, an den Anschlägen vom 11. September beteiligt gewesen zu sein. Er erwähnt die 19 Attentäter und erzählt Details über ihre Herkunft", sagte Helal.

Auf die Frage, warum bin Laden, der Linkshänder sein soll, auf dem Videoband nur mit der rechten Hand gestikuliert, sagte Helal: "Ich bin kein Experte, aber in der arabischen Welt gilt es als unhöflich, mit der linken Hand zu gestikulieren". Westliche Experten vermuten dagegen, dass bin Laden seine linke Hand möglicherweise nicht bewegen kann, weil sein Arm oder seine Schulter verletzt sind. In dem neuen Video des Al-Qaida-Chefs hängt sein linker Arm auffallend schlaff herunter.

Welche Reaktion auf das Video ist in der arabischen Welt zu erwarten? Helal antwortete darauf ein wenig ausweichend: "Jedenfalls ist das Band glaubwürdiger als das Pentagon-Video mit schlechter Ton- und Bildqualität. Die Zuschauer sehen, dass Osama bin Laden noch lebt und in der für ihn üblichen Art und Weise spricht".

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben