Politik : Bio statt Grün – Verwechslungsgefahr beseitigt

Christoph Schmidt Lunau

Wiesbaden - Als der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) am vergangenen Montag Ministerpräsident Roland Koch (CDU) persönlich den Ausstellungstruck seiner Kampagne für erneuerbare Energien vorstellte, ahnte er bereits Unbill. Der Truck, der landesweit über Energien und Rohstoffe aus der Landwirtschaft informieren wird, trug die Aufschrift „Grüne Energie für Hessen“, Fahrzeug und Werbemittel prangten in Grün und Gelb, den Farben der politischen Konkurrenz. Intern habe es an der Gestaltung bereits Kritik gehagelt, räumte der Minister ein, doch es gebe nun mal keine schwarze Energie.

Inzwischen hat die Landesregierung dennoch gehandelt. Vor seinem zweiten Auftritt bekam der Truck eine neue Aufschrift. Statt „Grüne Energie“ promotet er jetzt „Bio-Energie Hessen“. Passanten hätten die Aktion irrtümlich der Grünen-Partei zugeschrieben, sagte Kochs Regierungssprecher Dirk Metz am Mittwoch zur Begründung der Umetikettierung.

Die Grünen wollen dagegen den Vorgang nicht auf sich beruhen lassen. Ihr Fraktionschef, Tarek al Wazir, fragt Umweltminister Dietzel nach Motiven und Kosten für diese Aktion. In seinem Brief sorgt er sich außerdem um den Verbleib von Hochglanzbroschüren und Bierfilzen, die in hoher Auflage gedruckt wurden. Es gehe der Regierung offenbar nicht um Inhalte, unterstellt der Grüne. Nur weil die Regierung verspätet bemerkt habe, dass ihre Kampagne ungewollt auf die Grünen verweise, seien neue Steuermittel zur Korrektur missbraucht worden, so al Wazir.

Regierungssprecher Metz konnte die Aufregung nicht nachvollziehen. Die vorhandenen Werbematerialien würden weiter verteilt, mit der Aufschrift „Grüne Energie Hessen“. Man habe lediglich die äußere Anmutung des Trucks geändert; weder die Landesregierung noch die Grünen könnten ein Interesse daran haben, die Bürger über die Urheber der Kampagne zu verwirren. Christoph Schmidt Lunau

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