Biometrie : FBI will Daten in weltweit größtem Umfang speichern

Die US-Bundespolizei FBI plant in den kommenden Jahren die nach eigenen Angaben umfangreichste Datenbank mit biometrischen Angaben im Kampf gegen Kriminalität einzurichten. Menschen können danach sogar an ihrer Gangart erkannt werden.

WashingtonMit der Datensammlung solle der US-Regierung die Fähigkeit gegeben werden, Verdächtige in der ganzen Welt ausfindig machen zu können, sagte FBI-Sprecher Richard Kolko. Beständig werde versucht, die bereits bestehende Sammlung an Informationen zu aktualisieren und den Prozess der Datenerhebung zu verbessern. Die Datenbank solle jedoch nicht in das Privatleben der US-Bürger eingreifen, sagte er.

Einem Bericht der "Washington Post" zufolge will das FBI sein bisheriges Arsenal von mehreren zehntausend Fotos, Hand- und Fingerabdrücken enorm ausweiten. Die Bundespolizei wolle dazu in Kürze einen Zehn-Jahres-Vertrag für seine in einem unterirdischen Komplex in West Virginia gelagerte Datensammlung unterzeichnen. Unter Berufung auf den Informationsdienst des FBI schrieb die Zeitung, Ermittler könnten dann Kriminelle anhand ihres Profils, ihrer Irisoder sogar anhand ihrer Gangart erkennen. Dem Blatt zufolge kostet die Ausweitung der Datenbank eine Milliarde Dollar. Kolko konnte die Angabe zunächst nicht bestätigen.

Steigende Nutzung biometrischer Daten

"Größer, schneller, besser. Darum geht es", sagte Thomas Bush vom kriminalistischen Informationsdienst des FBI der Zeitung. Den Angaben zufolge nutzen verschiedene Teile der US-Regierung biometrische Angaben immer häufiger. So habe das Verteidigungsministerium in den vergangenen zwei Jahren Daten von 1,5 Millionen irakischen und afghanischen Gefangenen, irakischen Zivilisten und Ausländern, die US-Militärbasen besuchten, zusammengetragen. Das FBI selbst habe eine Fingerabdruck-Sammlung von 55 Millionen Menschen.

Bürgerrechtler sehen den Trend kritisch. "Dadurch wird eine Gesellschaft möglich, in der ständig überwacht wird", sagte Barry Steinhard von der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU der Zeitung. (imo/AFP/dpa)

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