Birma : Die Hilfe kommt – langsam

Noch immer gibt es Probleme beim Wiederaufbau in Birma. Die USA kritisieren unterdessen das Verfassungsreferendum.

Richard Licht
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Kinder in Birma warten auf Hilfe. -Foto: dpa

Rangun/ ParisTrotz der Zusagen der birmanischen Generäle über eine Öffnung des Landes für internationale Helfer geht die Versorgung der Opfer der Wirbelsturmkatastrophe nur schleppend voran. Wegen der blockierenden Haltung der Junta werde ein Schiff mit Hilfsgütern nicht in Birma, sondern in Thailand entladen, teilte die französische Regierung am Sonntagabend in Paris mit. Bislang hätten internationale Helfer nur vereinzelt Zugang zum besonders schwer betroffenen Irrawaddy-Delta erhalten, erklärte die Diakonie-Katastrophenhilfe mit Sitz in Stuttgart. Die USA kritisierten unterdessen das nachgeholte Verfassungsreferendum in den von der Katastrophe am schwersten betroffenen Gebieten.

Die Deutsche Welthungerhilfe hofft, dass einer ihrer deutschen Mitarbeiter an diesem Dienstag oder am Mittwoch Zugang zum Irrawaddy-Delta erhalten wird. Der Antrag sei gestellt, hieß es bei der Welthungerhilfe. Die Organisation hat nach dem Zyklon zwei deutsche Mitarbeiter ihres Nothilfeteams zur Verstärkung nach Rangun geschickt. „Wir haben ja schon 150 Leute aus unseren Projekten im Norden im Land“, sagte Sprecherin Simone Pott dem Tagesspiegel. Ein Teil der Mitarbeiter sei von den länger bestehenden Projekten abgezogen worden und werde inzwischen im Delta eingesetzt. Es sei aber nicht geplant, weitere deutsche Mitarbeiter zu entsenden. „Wir versuchen bereits, Leute für den Wiederaufbau anzustellen“, sagt Simone Pott. Gegenwärtig suche die Welthungerhilfe dafür zwei Projektleiter. Sie werden vermutlich aus asiatischen Nachbarstaaten rekrutiert.

Unterdessen haben einige einheimische Helfer bereits aus Frankreich Spenden für eine zerstörte Schule in Ma Ngae Lay im Irrawaddy-Delta erhalten und am Wochenende in einer Zeremonie übergeben. Nach und nach sollen auch Häuser für die Familien gebaut werden, die ihre Bleibe verloren haben. Einfache Häuser kosten nach den Berechnungen der einheimischen Helfer rund 500 Dollar. Für etwas stabilere Häuser werden 1000 Dollar benötigt.

Außerdem stellten Einheimische südlich des Ortes Pyapon den Verbindungsweg zwischen zwei Orten wieder her. „Wir haben die umgestürzten Bäume zersägt, die Straße frei geräumt und eine Brücke repariert“, berichtete einer von ihnen am Montag nach der Rückkehr nach Rangun. 90 Familien seien nun auch auf dem Landweg nicht mehr voneinander getrennt. Die Einheimischen hatten auch Lebensmittel im Gepäck. Nun wollen sie einen größeren Wiederaufbauplan ausarbeiten. Die Gruppe fahre immer wieder ins Delta, berichtete der Mann weiter. Allerdings mussten sich inzwischen einige Mitglieder der Reisegemeinschaft wegen Magenproblemen zum Arzt begeben. Mit großer Aufmerksamkeit sei zudem bei den Mönchen in Bogale mitten im Irrawaddy-Delta registriert worden, dass dort fünf deutsche Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) am Sonntag eine Wasseraufbereitungsanlage installiert hatten. Die Mönche hätten den Wunsch geäußert, ebenfalls die Hilfe des THW in Anspruch zu nehmen.

Die US-Regierung sei „bestürzt“, dass inmitten der Katastrophe die zweite Runde des Verfassungsreferendums abgehalten worden sei, sagte derweil ein Sprecher des US-Außenministeriums in Washington. Das birmanische Staatsfernsehen teilte am Montag mit, bei der nachgeholten Abstimmung in den besonders betroffenen Gebieten habe die Beteiligung bei 93 Prozent und die Zustimmung zu dem Regierungsentwurf bei 92,93 Prozent gelegen. Insgesamt sollen den Angaben zufolge 98 Prozent der Birmanen
3+96an dem Referendum teilgenommen haben, wobei die Zustimmung bei mehr als 92 Prozent lag. (mit AFP)

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