Birma : Erneute Proteste in Rangun

Der UN-Sondergesandten Ibrahim Gambari ist zu Vermittlungsgesprächen in Birma eingetroffen. Hunderte Aufständische versuchten zu seinem Hotel vorzudringen - wurden aber von der Junta abgeblockt.

Birma
Ein Großaufgebot Soldaten bewacht die Straßen in Birma vor. -

Rangun/SingapurDer UN-Sondergesandte Ibrahim Gambari ist in Birma eingetroffen, wo Mönche seit fast zwei Wochen die Proteste gegen das Militärregime anführen. Gambari flog vom Flughafen der Hafenmetropole Rangun direkt weiter in die 300 Kilometer weiter nördlich gelegene Stadt Naypyidaw, die von der Junta vor zwei Jahren zum Regierungssitz erklärt worden war.

In Rangun war es wieder zu vereinzelten Protesten gekommen. Hunderte Demonstranten hatten versucht, zu dem Trader-Hotel vorzudringen, da sie vermutet hatten, dass Gambari dort wohnen würde. Ein Großaufgebot von Soldaten blockte allerdings die Zufahrtstraße ab. Vor dem Hotel gingen Sicherheitskräfte gegen etwa 40 Demonstranten vor. Nach Augenzeugenberichten wurden die Menschen von Soldaten eingekreist und dann in Lastwagen an einen unbekannten Ort gebracht.

Der UN-Sonderbeauftragte soll sich um eine Entschärfung der Lage bemühen. Im Vorfeld hatte er sich zum Verlauf seines geplanten Besuchs in Birma hoffnungsvoll geäußert. Er freue sich auf einen "ertragreichen Besuch" in dem südostasiatischen Land, sagte Gambari kurz vor seinem Abflug aus Singapur in Richtung der birmanischen Hauptstadt Rangun. Er werde der dortigen Militärführung eine Botschaft von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon überbringen, und er setze darauf, nach den Gesprächen "Fortschritte an allen Fronten" vermelden zu können.

"Ich erwarte, alle Leute zu treffen, die ich treffen muss"

Zunächst war noch unklar, mit wem Gambari sich treffen würde; bei vorangegangenen Besuchen war er jedoch mit Junta-Chef Than Shwe zusammengekommen. Auf die Frage von Journalisten, ob er diesmal auch mit Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi beraten werde, antwortete Gambari: "Ich erwarte, alle Leute zu treffen, die ich treffen muss."

China, einer der engsten Verbündeten der Militärführung in Birma, äußerte ist indes "sehr besorgt" über die Lage im Nachbarland. Ministerpräsident Wen Jiabao sagte nach Regierungsangaben in einem Telefongespräch mit dem britischen Premierminister Gordon Brown am Freitagabend, Peking hoffe, dass die Konfliktparteien in Birma Zurückhaltung übten. (mit dpa/AFP)

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