Birma : Militär lässt Mönche frei

Fast zehn Tage nach der brutalen Niederschlagung der Proteste in Birma hat die Militärjunta die Freilassung weiterer Mönche bekanntgegeben. In mehreren Städten der Welt prangerten Demonstranten das Blutvergießen an.

Rangun/New YorkNach Angaben des birmanischen Militärregimes wurden 404 von 513 Mönchen, die Ende September festgenommen worden waren, wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Gesamtzahl der Festgenommenen gab das Regime mit 2093 an. Bei der gewaltsamen Unterdrückung der von Mönchen angeführten Protestbewegung in Birma waren nach offiziellen Angaben zehn Menschen getötet worden. Dissidenten in der Metropole Rangun schätzen die Zahl der Toten dagegen auf rund 200.

Während das Blutvergießen in dem südostasiatischen Land heute bei Demonstrationen in mehreren Städten der Welt angeprangert wurde, konnte sich der UN-Sicherheitsrat in New York zunächst nicht auf eine einheitliche Reaktion einigen. Nach fast vierstündiger Debatte verständigte sich das höchste UN-Gremium gestern einzig darauf, eine gemeinsame Erklärung zu erarbeiten. Während die USA "ernsthafte Maßnahmen" bis hin zu Sanktionen verlangen, will China eine Verurteilung der herrschenden Militärjunta vermeiden.

Gambari reist erneut nach Birma

Der UN-Sondergesandte Ibrahim Gambari kündigte nach der Sitzung eine weitere Reise nach Rangun noch vor Mitte November an. Zugleich appellierte er an die Machthaber in Birma, ohne Vorbedingungen in einen Dialog mit der Opposition zu gehen. Das geplante Gespräch zwischen Juntachef Than Shwe und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi könne ein Anfang sein, aber es müsse auch wirklich dazu kommen, sagte Gambari. Das birmanische Militär regiert das stark isolierte südostasiatische Land seit Jahrzehnten mit eiserner Hand.

Der britische Premierminister Gordon Brown kündigte in London humanitäre Hilfe in Höhe von einer Million Pfund (rund 1,5 Millionen Euro) an. Bei einem Treffen mit Aktivisten und Mönchen versprach er zudem, mehr Druck für einen Wandel und Demokratie in Birma auszuüben. Die Verletzung der Menschenrechte müsse ein Ende haben, sagte Brown. Gleichzeitig versammelten sich in der britischen Hauptstadt tausende Demonstranten, darunter auch Mönche, zu einem Marsch durch die Innenstadt. Der Protest war Teil einer weltweiten Aktion mit Demonstrationen in rund zwei Dutzend Städten, darunter in Melbourne (Australien), Bangkok (Thailand) und Kuala Lumpur (Malaysia). (mit dpa)

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