Politik : Birmas Junta sprich mit Aung Suu Kyi

Rangun - Die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat am Donnerstag überraschend Vertreter des Militärregimes getroffen. Die 62-Jährige, die als politische Gefangene seit Jahren unter Hausarrest gehalten wird, habe mit Arbeitsminister U Aung Kyi gesprochen, hieß es aus Sicherheitskreisen in Rangun.

Diplomaten in Rangun hatten am Donnerstag einen Autokonvoi vor Suu Kyis Haus gesehen. Die Politikerin wurde laut Augenzeugen in das nahe gelegene Sein- Le-Kantha-Gästehaus der Regierung gefahren. Über den Inhalt der Gespräche wurde nichts bekannt. Die Junta hatte auf internationalen Druck hin einen Dialog in Aussicht gestellt und den Arbeitsminister als Verbindungsmann ernannt. Als Bedingung für Gespräche nannte sie aber unter anderem, Suu Kyi müsse ihre Unterstützung für internationale Sanktionen gegen Birma aufgeben. Vom Westen geforderte UN-Sanktionen scheitern bisher am Widerstand der Vetomächte Russland und China im Sicherheitsrat. Die Außenminister beider Länder und Indiens betonten am Mittwochabend im nordchinesischen Harbin, dass die UN-Vermittlungsmission unterstützt werden müsse. Druck auf Birmas Führung aber könne die Situation noch verschlimmern und eine neue Krise auslösen.

Der UN-Menschenrechtsbeauftragte Paulo Sergio Pinheiro kündigte in New York an, er werde bei seinem Besuch in Birma vollen Zugang zu den Gefängnissen verlangen. Er beurteilte die Lage im Land als weiter beunruhigend. „Ich glaube nicht, dass die Repression (…) aufgehört hat“, sagte er. dpa

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