Politik : Birmas Premier gestürzt Regierungschef warb für Dialog mit der Opposition

Moritz Kleine-Brockhoff

Denpasar - Das Militärregime in Birma (Myanmar) hat seinen Ministerpräsidenten und Chef des Militärgeheimdienstes, General Khin Nyunt, entmachtet und unter Hausarrest gestellt. Das sagte ein Regierungssprecher Thailands am Dienstag. Khin Nyunt, der für einen Dialog mit der Opposition eintrat, werde Korruption vorgeworfen. Offenbar gab es einen Machtkampf mit zwei weiteren Generälen. Birmas Regierung hat die Angaben weder bestätigt noch dementiert. Birmas Ministerpräsident war am Montagabend nach einem Inlandsflug in der Hauptstadt Rangun gelandet. Wann und von wem Khin Nyunt verhaftet wurde, ist unklar.

In Birma herrschen seit 42 Jahren Militärregime. Die aktuelle Junta ist seit 1988 an der Macht. Ihr werden massive Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. 1990 hatte das Regime freie Wahlen zugelassen, die die Partei der Demokratin Aung San Suu Kyi gewann. Die Generäle ignorierten das Ergebnis. Die Friedensnobelpreisträgerin ist seitdem oft im Gefängnis gewesen oder stand unter Hausarrest. Derzeit darf sie ihr Haus nicht verlassen. Asiatische Länder setzen auf Dialog mit Birma, die USA und die EU betreiben Sanktionspolitik. Keiner der Ansätze hat bisher Wirkung auf das Militärregime gezeigt.

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