Politik : Bischöfe debattieren neue Leitlinie

Würzburg - Die katholische Deutsche Bischofskonferenz will sich im Streit um eine staatliche Strafverfolgung von Fällen sexuellen Missbrauchs bewegen. Der derzeit diskutierte Entwurf zu neuen Leitlinien im Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche präzisiere das Verhältnis zu den Behörden und mache deutlich, „dass die Kirche keinen Rechtsraum losgelöst vom staatlichen Recht beansprucht“, teilte die Bischofskonferenz am Montag in Bonn mit. Derzeit gibt es beim Verdacht auf sexuellen Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen keine automatische Anzeigepflicht.

Nach den Regeln des Vatikan und der Bischofskonferenz die staatlichen Gesetze hinsichtlich der Anzeige von Verbrechen beachtet werden. In Deutschland gibt es eine solche Pflicht nicht. Der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, hatte Mitte April erklärt, dass in den Leitlinien das Interesse des Staates an Strafverfolgung und der Schutz der Opfer in Einklang gebracht werden sollen. Die Leitlinien sollen bis zum Sommer mit Hilfe externer Experten überarbeitet und dann verabschiedet werden.

„Wir spüren, dass die Kirche Vertrauen bei den Menschen verloren hat. Wie Vertrauen wiedergewonnen werden kann, wird die deutschen Bischöfe in den nächsten Wochen besonders beschäftigen“, hieß es in der Erklärung nach der eintägigen Klausur. Mit Interesse und engagiert arbeite die katholische Kirche am Berliner Runden Tisch mit, wird in der Erklärung betont. Er gebe die Gelegenheit, die gesamtgesellschaftliche Dimension des Problems zu diskutieren. epd/dpa/KNA

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