Politik : Bischöfe fordern Schulfach Religion für Berlin

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Berlin - Mit der Forderung an die Berliner Politiker, konfessionellen Religionsunterricht und Ethik als gleichberechtigte Fächer in Berlins Schulen einzuführen, beendeten die deutschen Bischöfe gestern ihre Frühjahrs-Vollversammlung. Die katholischen Oberhäupter übten harte Kritik an dem geplanten Ethik-Fach. „Faktisch wird damit der Religionsunterricht aus der Schule gedrängt“, sagte Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, im Abschlussbericht. Die Stellung des Religionsunterrichts sei in Berlin ohnehin erheblich schwächer als in anderen Bundesländern.

Die Bischöfe äußerten sich am letzten Tag ihrer Zusammenkunft auch zu den Hartz-Reformen. Die damit verbundenen Erwartungen hätten sich nicht erfüllt, sagte Kardinal Lehmann. Die Zahl der Arbeitslosen sei hoch, Arbeitsplätze würden weiter abgebaut. Die Reformen müssten „dringend ergänzt“ werden. Die Bischöfe fordern weitere Maßnahmen etwa zur Entlastung des Faktors Arbeit und zur Verbesserung der Ausbildung.

Auch über die Fußball-Weltmeisterschaft diskutierten die Geistlichen. Die katholische Kirche will sich dafür einsetzen, dass das Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ durch die Gastfreundschaft in den Gemeinden Niederschlag findet. „Gastfreundschaft ist aber keineswegs davon abhängig, dass die Ladenöffnungszeiten gelockert werden“, sagte Kardinal Lehmann.

Zum Abschluss der Bischofskonferenz fand am Donnerstagabend das erste offizielle Treffen zwischen dem Vatikan und der deutschen Rabbinerkonferenz statt. Bislang wurde der Dialog nur auf der politischen Ebene mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland geführt. Nun kommt eine neue, theologische Ebene hinzu. Auch Kardinal Karl Lehmann und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, nahmen daran teil. Der Präsident der Vatikanischen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, Kardinal Walter Kasper, lobte die Fortschritte in den Beziehungen zum Judentum und fügte hinzu: „Aber wir stehen immer noch am Anfang.“ clk

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