Politik : Bischof Huber kritisiert Altersrassismus

Claudia Keller

Magdeburg - Die Evangelische Kirche in Deutschland will sich auf ihrer Synode, die an diesem Sonntag in Magdeburg beginnt, für einen neuen Generationenvertrag einsetzen. Es gebe in unserer Gesellschaft Beispiele von Altersrassismus, sagte Bischof Wolfgang Huber, der Vorsitzende des Rates der EKD, im Vorfeld der Synode. Unter dem Hauptthema „Keiner lebt für sich allein“ werden die 120 Kirchenparlamentarier darüber diskutieren, wie angesichts der Überalterung der Gesellschaft und immer weniger Kindern die Gerechtigkeit zwischen den Generationen erhalten werden kann.

Dabei wird es auch darum gehen, wie man die Menschen zu mehr Eigenverantwortung motiviert, da künftig weder der Staat noch soziale Einrichtungen alleine für die wachsende Zahl immer älter werdender Menschen sorgen können. Die EKD will sich außerdem für eine neue Familienpolitik stark machen, für Teilzeitarbeitsplätze werben und dafür, die immer noch starre Rollenaufteilung zwischen Männern und Frauen aufzubrechen.

Huber, der auf der Synode im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit zum EKD-Ratsvorsitzenden gewählt wurde, wird seinen ersten Rechenschaftsbericht vorlegen. Er hat sich in den vergangenen zwölf Monaten an vielen gesellschaftlichen Debatten beteiligt, zuletzt an der um die Einführung des Arbeitslosengeldes II. Auch die Strukturreform in den Evangelischen Kirchen in Deutschland hat Huber vorangetrieben, zum Beispiel die stärkere Zusammenarbeit zwischen der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Union Evangelischer Kirchen. Darüber hinaus müssen die Parlamentarier den Haushalt für 2005 beschließen und beraten, wo angesichts der absehbaren Kirchensteuerrückgänge und steigender Personalkosten Einsparungen vorgenommen werden können.

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