Politik : Bischof Huber sieht Willen des Papstes zur Ökumene

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Berlin - Eine knappe halbe Stunde haben sie unter vier Augen gesprochen, die Atmosphäre sei sehr freundlich und sehr ernsthaft gewesen. So beschrieb Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), seine Privataudienz bei Papst Benedikt XVI. im Vatikan am Freitagmittag. Es war das zweite offizielle Treffen von Papst Benedikt und dem Spitzenvertreter der rund 25 Millionen deutschen Protestanten. Das erste Mal sind sich die beiden beim Weltjugendtag in Köln vor zwei Jahren begegnet. Als historisch wollte Huber das Treffen am Freitag aber nicht werten, schließlich hätten sich „Wolfgang Huber und Joseph Ratzinger schon öfter im Leben getroffen“.

Bischof Huber zeigte sich nach dem Gespräch ermutigt, dass man bei allen Schwierigkeiten auf dem ökumenischen Weg vorangehen wolle. Man habe auf einer Augenhöhe miteinander gesprochen – als „zwei leitende deutsche Geistliche“, wie es Hubers Sprecher formulierte. Der Papst habe Huber versichert, dass der katholisch-orthodoxe Dialog keine Konkurrenz zum katholisch-evangelischen Dialog sei, sondern dass sich beide Prozesse ergänzten. Was die theologischen Probleme gemischt konfessioneller Ehen angehe, sehe der Papst die „Dringlichkeit“, zu einer Lösung zu kommen. Hier müsse man weiterarbeiten, habe Benedikt gesagt, aber in Demut auch dem „Wirken des Heiligen Geistes Raum“ geben.

Weitere Themen waren die Sorge der katholischen und der evangelischen Kirche um die Christen im Heiligen Land und das Verhältnis zum Islam. Der Papst habe „Respekt gezeigt“ vor der Handreichung der EKD „Klarheit und gute Nachbarschaft. Christen und Muslime in Deutschland“. Muslimische Verbände hatten das Schreiben als Abgrenzung gewertet und ein für Februar angesetztes Gespräch mit der EKD abgesagt. Dieses Treffen soll am 30. Mai nachgeholt werden. clk

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