Bischofskonferenz : Katholische Kirche setzt sich für Moscheebauten ein

Katholische Bischöfe wollen sich auf der Bischofskonferenz in Fulda zum Thema Moscheebau äußern. Bereits im Vorfeld ist das Recht der Muslime auf Moscheen betont worden.

Berlin - Nachdem sich am Wochenende die gesamte Stadt Köln schützend vor die Muslime gestellt hat, wollen diese Woche auch die katholischen Bischöfe Stellung nehmen zum Thema Moscheebau. „Die Religionsfreiheit schützt das Recht der Muslime, würdige Moscheen in den Gegenden zu bauen, in denen sie leben“, das hat der Mainzer Kardinal Karl Lehmann immer wieder betont. Die Pläne für eine Moschee müssten aber langfristig angegangen und durch „intensive Diskussionen mit der Bevölkerung und den Behörden vorbereitet werden“. Der Bau von Moscheen wird die Bischöfe auf der Herbstversammlung der Deutschen Bischofskonferenz beschäftigen, die vom heutigen Montag bis Donnerstag in Fulda tagt.

Zur Eröffnung will Erzbischof Robert Zollitsch, der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz, seine Mitbrüder motivieren, in Zukunft mutiger und „missionarischer“ zu sein. Er wolle mit dem Begriff „Mission“ nicht hausieren gehen, sagte Zollitsch im Vorfeld des Treffens, „aber wir müssen unseren Glauben offensiver vertreten“.

Im Mittelpunkt der Vollversammlung steht ein Studientag „Kirche und Medien“, auf dem sich die Bischöfe informieren wollen, wie sich der Medienkonsum der Deutschen entwickelt, und erörtern, was die katholische Kirche tun kann, um nicht den Anschluss zu verlieren. Seit längerem wird in der Bischofskonferenz überlegt, einen eigenen digitalen Fernsehkanal einzurichten.

Außerdem soll in Fulda ein Jahr nach der Wiederzulassung der alten tridentinischen Messe Bilanz gezogen werden, wie häufig diese Messform zelebriert wird. Die Nachfrage sei gering, heißt es in der Bischofskonferenz, aber die Zahl der Orte, wo sie gefeiert wird, habe sich dennoch verdreifacht. Die Einführung der alten Messe hatte aufgrund eines Gebets für die Bekehrung der Juden zu heftigem Streit mit der jüdischen Gemeinde geführt. Er habe den Eindruck, dass es eine neue Chance gebe, miteinander ins Gespräch zu kommen, sagte Erzbischof Zollitsch. Die christlich-jüdische Feier mit Rabbiner Brandt beim Katholikentag in Osnabrück habe „positiv ausgestrahlt“. clk

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