Bischofskonferenz : Lehmann fordert Bekenntnis zu Embryonenschutz

Nach dem Parteitagsbeschluss der Union warnt die deutsche Bischofskonferenz vor einer Aufweichung des Embryonenschutzes. Es müsse in der Sache ein deutliches politisches Bekenntnis der Politik geben.

BonnIn einer Erklärung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, fordert Kardinal Karl Lehmann ein deutliches politisches Bekenntnis zu den Grundlagen des Embryonenschutzgesetzes und des Stammzellgesetzes. Das Lebensrecht embryonaler Menschen sei unantastbar. Die Bischofskonferenz lehne eine weitere Aufweichung des Embryonenschutzes etwa durch die Verschiebung der geltenden Stichtagsregelung entschieden ab.

Die neueren Erfolge auf dem Gebiet der Forschung an adulten Stammzellen und der Reprogrammierung von Zellen seien ein zusätzliches Argument gegen die Ausweitung embryonaler Stammzellforschung. Adulte Stammzellen würden aus körpereigenem Gewebe gewonnen und vermieden das ethische Dilemma der Tötung von Embryonen. Daher plädiere die Bischofskonferenz für eine klare Umstrukturierung der europäischen und deutschen Forschungsförderung von der embryonalen zur adulten Stammzellforschung.

Bereits am Wochenende hatte die katholische Kirche die CDU wegen ihres Parteitagsbeschlusses zum Stammzellenimport kritisiert. Der CDU-Parteitag in Hannover hatte letzte Woche mit äußerst knapper Mehrheit einem Antrag zugestimmt, der den Unions- Bundestagsabgeordneten eine Zustimmung zur Lockerung des Stammzellengesetzes in engen Grenzen zubilligt. Bislang ist in Deutschland nur eine Forschung an Stammzellen möglich, die vor dem 1. Januar 2002 im Ausland gewonnen wurden. (küs/dpa)

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