Politik : Bisky will bestimmen

Designierter PDS-Chef nennt Wunschkandidaten für Vorstand

Matthias Meisner

Berlin. Wenige Tage vor dem Bundesparteitag der PDS an diesem Wochenende in Berlin hat Lothar Bisky die „Chance für einen Neustart“ seiner Partei beschworen. Der designierte Parteichef stellte seine Vorschläge für die Besetzung des neuen Vorstandes vor. Die brandenburgische Landtagsabgeordnete Dagmar Enkelmann, wegen ihres Aussehens in den 90er Jahren zur „Miss Bundestag“ gekürt, soll demnach das Trio der Vizechefs komplettieren, für das Bisky zuvor den Schweriner Umweltminister Wolfgang Methling und die sächsische Abgeordnete Katja Kipping benannt hatte. Bundesgeschäftsführer soll Rolf Kutzmutz werden.

Selbst für die weiteren Vorstandsposten machte Bisky detaillierte Personalvorschläge. Für die von der Kommunistischen Plattform benannte Sahra Wagenknecht gab er ausdrücklich keine Empfehlung ab. Zudem bedauerte er, dass der aus der SPD zur PDS gekommene Vize-Vorsitzende Diether Dehm wieder in den Vorstand drängt. Dehm war neben Bundesgeschäftsführer Uwe Hiksch vom pragmatischen Flügel für die Führungskrise verantwortlich gemacht worden, in die die PDS nach der verlorenen Bundestagswahl und ihrem Parteitag drei Wochen danach in Gera geraten war. Die scheidende Vorsitzende Gabi Zimmer räumte ein, die PDS habe es nach Gera „nicht vermocht, eine Einigung über ihr strategisches Ziel zu erreichen“. Ihre eigene politische Zukunft hielt Zimmer offen, deutete aber eine mögliche Kandidatur bei der Landtagswahl 2004 in Thüringen an.

Bisky vermied es, seine Bewerbung für den Vorsitz davon abhängig zu machen, dass der Parteitag ihm in allen Punkten personell und inhaltlich folgt. Doch stehe die PDS jetzt vor der Frage, ob der Umgang künftig „fair und miteinander“ oder weiter „unfair und gegeneinander“ erfolge. Wenn der neue Vorstand nicht handlungsfähig werde, „brauche ich mir das Abenteuer nicht mehr anzutun“, sagte Bisky.

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