Politik : Blair fodert eine rasche Umsetzung der Beschlüsse der internationale Balkan-Konferenz

Der britische Premierminister Blair hat am Sonnabend eine rasche Umsetzung des Balkan-Stabilitätspaktes gefordert. Blair erklärte in der mazedonischen Hauptstadt Skopje vor seinem Kosovo-Besuch, insbesondere die Handelsbeziehungen in der Region müssten ausgebaut werden. Im Kosovo wurde Blair bei seiner ersten Visite seit Ende der Nato-Luftangriffe am Sonnabend von mehreren Hundert Kosovo-Albanern begeistert empfangen. Er sei stolz auf das, was das Militärbündnis erreicht habe, sagte Blair. Zuvor war Blair im UN-Hauptquartier in Pristina mit dem Führer der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK), Hashim Thaci, zu einem halbstündigen Gespräch zusammengetroffen. Zu einer getrennten Unterredung kam der Premierminister auch mit Thacis Rivalen zusammen, dem gemäßigten Politiker Rugova.

Die internationale Balkan-Konferenz in Sarajevo hatte den Ländern Südosteuropas am Freitag Wirtschaftshilfen in Aussicht gestellt, diese aber zugleich von einer weiteren Demokratisierung abhängig gemacht. In ihrer Abschlusserklärung bedauerten die 29 Staats- und Regierungschefs am Freitag, dass Jugoslawien nicht als voller und gleichwertiger Teilnehmer des Stabilitätspaktes eingeladen werden konnte. Die Konferenz appellierte an das jugoslawische Volk, sich für den demokratischen Wechsel zu entscheiden und aktiv für eine regionale Versöhnung zu arbeiten.

Russland kritisierte den Ausschluss Belgrads erneut. Ministerpräsident Sergej Stepaschin sagte nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass in Sarajevo, die diskriminierende Beziehung des Westens zu Jugoslawien könne eine der "gefährlichsten Klippen" bei der Umsetzung des Stabilitätspakts für den Balkan werden.

Die jugoslawische Armee hat sich am Sonnabend erneut hinter das Milosevic-Regime gestellt. Der Befehlshaber der Dritten Armee, Pavkovic, warnte noch einmal vor den Aufrufen der Opposition "zur illegalen Absetzung der legalen Gewalt". Das werde zum Bürgerkrieg führen, den die jugoslawische Armee aber "um jeden Preis" verhindern werde, so der General nach Angaben einer Belgrader Nachrichtenagentur.

Serbische Oppositionelle und viele westliche Staaten haben sich direkt oder indirekt für einen Rücktritt des jugoslawischen Präsidenten Milosevic ausgesprochen. Die serbische demokratische Opposition setzte ihre Proteste gegen ihn fort. In der südlichen Industriestadt Leskovac demonstrierten mehr als 4000 Regimegegner.

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