Politik : Blau-schwarz bleibt beim Opernball allein - der Boykott trifft das Society-Event

Markus Huber

Was hat man doch in den vergangenen Jahren über Richard Lugner, österreichischer Baumeister, Society-Löwe und verhinderter Präsidentschaftskandidat von 1998, gelacht. Jahr für Jahr benutzt er den Opernball, das wichtigste Ereignis der Wiener Gesellschaft, um sich zu profilieren. Und nun droht ihm die Politik das Bussi-Bussi-Geschäft endgültig zu verhageln: Wegen der bevorstehenden Regierungsbeteiligung der FPÖ hat die Weltöffentlichkeit der Alpenrepublik Boykottmaßnahmen angedroht - und nun ist auch der Opernball betroffen. Der portugiesische Staatspräsident Jorge Sampaio verschob seinen vom 1. bis 3. März geplanten Staatsbesuch in Wien. Portugal hat derzeit den Ratsvorsitz in der Europäischen Union inne, und deshalb wäre Sampaio Ehrengast der österreichischen Regierung beim Opernball am 2. März gewesen. Auch Blumenschmuck und ein Wein-Kontingent wären aus Portugal nach Österreich geschickt worden. Ob die Lieferung eintrifft? Aus gut informierten Kreisen der Wiener Gesellschaft heißt es, dass weitere internationale Gäste ihren Wien-Besuch bereits storniert haben. So wie es derzeit aussieht, wird die neue blau-schwarze Regierung ihren Opernball allein feiern.

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar