Politik : Blockierer stören Marsch der Rechten

Bad Nenndorf - Mit einer überraschenden Aktion haben Gegendemonstranten am Samstag den geplanten Aufmarsch von Neonazis in Bad Nenndorf bei Hannover gestört. Eine Gruppe konnte mit einem Kleinbus samt Anhänger hinter die Polizeiabsperrung fahren, eine etwa 1,30 Meter hohe Betonpyramide abladen und vier Menschen anketten – nur 100 Meter vom geplanten Kundgebungsort der Rechtsextremisten entfernt. Sympathisanten unterstützten sie mit einer Sitzblockade.

Der Marsch der rund 850 Neonazis setzte sich daraufhin erst am Nachmittag mit deutlicher Verspätung in Bewegung. Ursprünglich hatten sich im fünften Jahr in Folge rund 1000 Neonazis in dem Kurort angesagt. Nach Polizeiangaben waren insgesamt 2000 Beamte im Einsatz. Sie schirmten die Gegendemonstranten an der Pyramide ab.

Eine Gegenkundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) war bereits zuvor zu Ende gegangen. Dort hatten mehr als 1200 Teilnehmer gegen rechts protestiert. Die Demonstration war erst am Freitagabend vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg erlaubt worden, nachdem das Verwaltungsgericht Hannover sie verboten hatte. Das Oberverwaltungsgericht gab damit teilweise einer Beschwerde des Gewerkschaftsbundes gegen ein Demonstrationsverbot statt. Die Grünen im Bundestag begrüßten am Samstag die Entscheidung des Lüneburger Gerichts. „Es wäre den Bürgern nicht zuzumuten gewesen, den von den Nazis für die nächsten Jahrzehnte angemeldeten Aufmärschen jeweils tatenlos zusehen zu müssen“, hieß es in einer Erklärung. Eine solche Entscheidung hätte das Vertrauen der Menschen in den demokratischen Rechtsstaat nachhaltig beschädigt. dpa/epd

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