Politik : BND-Chef fürchtet um Ansehen des Geheimdienstes

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Berlin - Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Ernst Uhrlau, hat Vorwürfe zurückgewiesen, der Auslandsgeheimdienst werde seinen Aufgaben nicht gerecht. „Die Vorwürfe aus Teilen des politischen Raumes, es ginge beim BND zu wie bei Hempels unterm Sofa, oder der BND sei ein Sauladen, verletzen mich auch persönlich“, sagte Uhrlau der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Der „Spiegel“ berichtete unterdessen, der BND wolle sich als Reaktion auf zahlreiche Skandale radikal umbauen. So solle sich der Auslandsnachrichtendienst künftig auf seine Kernaufgaben konzentrieren. Dazu zählten die technische Aufklärung, die Führung von Informanten und die Auswertung.

„Meine Sorge ist, dass durch die Berichterstattung der vergangenen Monate der Eindruck entsteht, der BND bestehe nur aus Pleiten, Pech und Pannen“, sagte Uhrlau der „FAS“. Völlig verkannt werde, wie der BND in den vergangenen Jahren neue Herausforderungen bewältigt habe. Dadurch, dass man in Berlin nahe am Abnehmer der Informationen sei, hätten sich die Qualität der Analyse und der Beschaffung verbessert. „Die Empfänger unserer Berichte, Regierung und Entscheidungsträger im Parlament, sind hochzufrieden, wenn es um die Erläuterung von Sicherheitslagen geht“, sagte Uhrlau.

Laut „Spiegel“ will der BND-Chef mit der geplanten Reform die interne Kontrolle straffen und die Zahl der Führungsbeamten deutlich verkleinern. Außerdem sei geplant, die Geschichte des BND nach fünf Jahrzehnten seines Bestehens aufarbeiten zu lassen. „Wir wollen die Geschichte des BND nicht für uns behalten, sondern wollen jemanden hineinschauen lassen“, so Uhrlau. Ein entsprechendes Forschungsprojekt werde mit dem Historiker Gregor Schöllgen vereinbart. AFP

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