Politik : BND: Lage in Afghanistan kritisch

Berlin - Der Bundesnachrichtendienst (BND) beurteilt die Lage in Afghanistan offenbar wesentlich dramatischer als die Bundesregierung. Der Geheimdienst erwarte noch mehr Anschläge von einheimischen Sicherheitskräften auf westliche Soldaten, schreibt der „Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe unter Berufung auf einen BND-Bericht. Erst am Samstag war wieder ein Nato-Soldat von einem afghanischen Soldaten getötet worden. Bei dem Anschlag im Osten des Landes sei auch ein ziviler Mitarbeiter ums Leben gekommen, teilte die Nato am Sonntag mit. Nach Angaben aus US-Kreisen ist der getötete Soldat ein Amerikaner. Bei Anschlägen von Mitgliedern der afghanischen Armee und Polizei sind in diesem Jahr bereits 52 Isaf-Soldaten getötet worden. Die US-Armee hat Einsätze mit Afghanen daher vorübergehend stark eingeschränkt.

Nach dem internen BND-Bericht mit dem Titel „Afghanistan bis zum Jahr 2014 – eine Prognose“ dürfte die Sicherheitslage in Afghanistan kritisch bleiben. Auch nach dem offiziellen Abzug der westlichen Truppen Ende 2014 würden bis zu 35 000 ausländische Soldaten, zumeist Ausbilder für die afghanische Armee, Kampftruppen für deren Schutz und möglichst viele Spezialkräfte für die Suche nach Terroristen gebraucht, um das Land zu stabilisieren, heißt es laut „Spiegel“ in der BND-Analyse.

Besonders vernichtend falle das Urteil über die Regierung von Präsident Hamid Karsai aus. Alle Aktivitäten Karsais richteten sich nicht auf Reformen oder den Kampf gegen Korruption, sondern auf den „Machterhalt“. rtr

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